Die Piratenpartei Bonn begrüßt das Bürgerbegehren Bonner Oper – Update

Demokratie lebt vom Mitmachen

Wappen-stadt-bonnGestern hat die IBBBO (Initiative BürgerBegehren Bonner Oper) angekündigt, ab sofort mit der Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren zur Reduzierung der Zuschüsse für die Bonner Oper zu beginnen. Die Piratenpartei begrüßt, dass nun endlich die Bürger die Möglichkeit bekommen, über dieses heikle Thema selbst zu entscheiden.

„Mehr direkte Demokratie ist eine Kernforderung der Piratenpartei. Ich würde mich freuen, wenn es der IBBBO gelingt, die geforderten 10.000 Unterschriften für die Zulassung des Bürgerbegehrens zu erhalten. Ich gehe davon aus, dass eine solche Abstimmung völlig ergebnisoffen ist. Als Pirat spreche ich mich aber persönlich für eine gerechtere Verteilung der Mittel und für eine stärkere Förderung der freien Kulturszene aus“, so Klaus Benndorf, Vorsitzender der Piratenpartei Bonn.

Felix Kopinski, kommunalpolitischer Sprecher der Bonner Piraten und Spitzenkandidat für die Kommunalwahl im nächsten Jahr, analysiert treffend die Reaktionen auf die aktuelle Entwicklung: „Von Verfechtern der Hochkultur wird der IBBBO, wie jedem, der eine gerechtere Form der Kulturpolitik fordert, ‘billiger Populismus’ vorgeworfen. Bei Parteien könnte ich die Stoßrichtung noch verstehen, aber kann mir jemand erklären, warum eine Bürgerinitiative Populismus betreiben soll? Die wollen weder ein Produkt verkaufen, noch gewählt werden. Anscheinend geht der Opernlobby einfach das Vokabular aus.“

Ein Positives hat die aktuelle Diskussion, es kommen endlich die wahren Argumente
auf den Tisch. „Es geht nicht um Kultur, sondern um Arbeitsplätze und um Geld. Aber
nicht um die Arbeitsplätze aller Bonner, denn es muss bedacht werden, dass für jeden Arbeitsplatz, der hoch subventioniert wird, an anderer Stelle mehrere, gerade noch rentable Arbeitsplätze wegfallen. Schlimmer ist noch, dass sogar privates Engagement zur Aufgabe gezwungen wird, wie jüngst beim Godesberger Theater déjà vu geschehen. “, so Kopinski weiter.

Es ist verständlich, dass das Thema sehr emotional diskutiert wird und diese Diskussion wird uns ganz sicher die nächsten Monate begleiten. Die Unterschriftensammlung der IBBBO ist aber ein Fakt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Bürgerentscheid führen wird. Das ist demokratisch und für das politische Leben in unserer Stadt von großer Bedeutung. Wir fordern alle Bürger und alle Betroffenen dazu auf, einen solchen Bürgerentscheid als die große Chance zu verstehen, endlich eine jahrelange Diskussion zu beenden. Alle Seiten sind jetzt gefragt, ihre Positionen darzustellen und die Bürger ehrlich und klar zu informieren.

Andere Stimmen:

Pressemitteilung IBBBO
Stellungnahme SSB
Entgegnung Kulturkreis Bonn
Antwort der IBBBO auf die Entgegnung

 


Kommentare

11 Kommentare zu Die Piratenpartei Bonn begrüßt das Bürgerbegehren Bonner Oper – Update

  1. stoertebecker schrieb am

    „Es geht nicht um Kultur, sondern um Arbeitsplätze und um Geld.”
    Wieder eine Aussage der Piraten, die beweist, daß sie von Kultur keine Ahnung haben und die Diskussion nur in eine Richtung lenken wollen. Es beweist ausserdem: Die Piraten sind zu einer sachlichen Auseinandersetzung nicht fähig und haben von der bisherigen Diskussion – auch auf den eigenen Seiten – nichts begriffen. NATÜRLICH GEHT ES HIER UM KULTUR. UM VERNICHTUNG VON KULTUR. Oper gehört zu unserer Kultur, sie ist ein unschätzbares Gut unseres Kontinents. Die Piraten können nur über Geld und Preise reden. Ideelle Werte sind ihnen fremd. Was Werte ausmachen, daß diese unabhängig vom Geld sind, ist ihnen nicht begreifbar zu machen. Das ist bestürzend. Die Piraten denken kapitalistischer als die FDP. Es zählt nur die reine Ökonomie. Neoliberalismus. Das ist eine Bankrotterklärung. Die Piraten wollen eine kalte Welt ohne Tradition und ohne Werte. Dabei ist direkte Demokratie gar nicht einlösbar ohne Werte und Tradition und ohne Bildung. Die Hochkultur soll es, wenn es nach den Piraten geht, nur noch für die Reichen geben. Was Kultur fürs Volk ist, wollen sie bestimmen, treiben populistische Stimmungsmache und geben direkte Demokratie vor. Diese Zerstörung von Werten kommt mir sehr bekannt vor. Das Holi Festival wird von Benndorf als Gegenentwurf zur Oper hochgehoben. Das ist reine Konsumscheisse, die der Volksverdummung dient. Sex, Party, Drogen, Alkohol, so sieht dieser Gegenentwurf aus. Mal auf so einem Holi Event in Deutschland gewesen, werte Herren? Oder wurde sich da wieder nicht informiert? Die Oper wird dargestellt als eine Institution, wo die Reichen Champagner schlürfen und die Armen finanzieren diese Belustigung für die Elite und müssen dabei zuschauen, wie ihre Schwimmbäder geschlossen werden. Das ist das sehr einfache Denken dieser Partei. Und dann kommen sie und wollen direkte Demokratie. Es ist ein Hohn.

    Aber, ich muß mich entschuldigen, es gibt da etwas im Netz, was sich Benndorf, Bernhard und der kulturlose Spitzenkandidat Kopinski doch einmal durchlesen sollten, bevor sie sich in irgendeiner Form äussern. Es gibt vielleicht doch Leute in der Piratenpartei, die sich mit Kultur auskennen (wenn sie nicht schon ausgetreten sind), nur eben in Bonn nicht:

    Kultur ist ein wichtiger Faktor für die Identifikation einer Gesellschaft.
    Sie unterliegt vielen Einflüssen, gespeist von allen Völkern dieser Erde, jedes Land hat die Pflicht seine Kultur zu mehren und weiterzugeben.
    Das Ziel der AG Kulturpolitik ist es, einen umfangreichen und tragfähigen Beitrag zur Kulturpolitk in Deutschland zu leisten und hierzu Anträge zu erarbeiten.
    Die AG Kulturpolitik versteht sich als Plattform für die kulturpolitische Arbeit der Piraten auf Landesebene und als Interessensgruppe für die kulturpolitischen Aufgaben auf Bundesebene.
    Wir wollen die Landesverbände der Piratenpartei bei ihrer eigenen kulturpolitischen Arbeit unterstützen und gegebenenfalls Hilfestellung und Anleitung für sich etablierende Arbeitsgruppen auf Landesebene geben und Ideen für kulturpolitische Impulse auf Bundesebene entwickeln, formulieren und in Antragsform in das Programm der Piratenpartei einbringen.
    Darüber hinaus möchte die AG Kulturpolitik das kulturelle Leben innerhalb der Piratenpartei fördern und unterstützen; und dazu auch entsprechende Events organisieren.

  2. Jörg S. schrieb am

    BONNER OPER ? oder anders ausgedrückt: spätrömische Dekadenz nach Bonner Gutsherrenart:

    keiner von euch hat Recht, man, man, man: es geht um Kultur UND um Geld UND um Macht.
    Euch digitalen Pappnasen von den Piraten mag ich eigentlich gar nicht, und bei den meisten eurer “Thesen” bekomme ich Schnappatmung, aber da habt ihr mal ausnahmsweise wenigstens “teilweise” Recht, und da geht das auch schon wieder nach hinten los:
    Man mag den Piraten ja einiges an Negativem nachsagen, aber eins können sie ganz eindeutig besser als alle Politiker, die je in Bonn im Rat was entscheiden durften: die Piraten können wenigstens rechnen. – Und die Oper rechnet sich nicht, resp. nicht mehr, resp. schon lange nicht mehr! (Bonn ist keine Hauptstadt mehr, den Ausgaben nach benimmt sie sich aber so ; – )

    Um nicht gleich missverstanden zu werden: Kultur muss sein, und auch Oper muss sein – aber nicht zu jedem x-beliebig hohen Preis.
    Wenn der Durchschnitt der NRW-Opern ca. mit dem halben Zuschuss pro Opernbesucher auskommt, da muss sich der Bonner Stadtrat doch wirklich einmal fragen lassen, ob man denn da nicht etwas verkehrt macht.
    Wie kann es sein, dass der Kölner Intendant mit etwas mehr als der Hälfte des Gehalts des Bonner Intendanten auskommt? (Köln ist ja auch nur dreimal so groß wie Bonn)
    Muss das ganze Rheinland mit Opern vollgestopft werden, d.h. jedes Städtchen mit mehr als 300.000 Einwohnern braucht eine Oper?
    Sind 30 km zu Kölner Oper wirklich zu viel verlangt?
    (Die Arge verlangte von mir sogar 50 km um Köln herum, das war kein Problem – wird da mit zweierlei Maß gemessen?)
    Wenn es doch nun wirklich um die Armen ginge, die sich die Kultur nicht leisten könne, und es keine Reichenbespaßung sein soll, dann könnte man doch grundsätzlich erstmal so kalkulieren, dass der Besucher den vollen Preis bezahlt (d.h. den Preis ohne “Stadtförderung”), und wenn sich Hartz-4ler das nicht leisten können, beantragen genau sie einen Zuschuss, von mir aus auch eine Freikarte pro Jahr o.ä.

    Aber vielleicht wollen die Bonner Einwohner ja so eine tolle, schöne, teure Oper: dann lasst sie doch in Gottesnamen darüber abstimmen. Wovor hat der Stadtrat / die Opernlobby denn Angst: dass der Bevölkerung es nicht wert ist, soviel für die Oper auszugeben? Wahrscheinlich!

  3. @störtebecker:
    dass mit „sz“ deutet darauf hin, dass ich es hier mit einem jener Kultur-Vertreter zu tun habe, die neues nicht akzeptieren und gerne zurück blicken. Oder aber doch nicht jene Bildung aufweisen, die sie propagieren? Aber das nur so nebenbei. Pure Vermutung. Sorry, aber gelegentlich rutscht es einem doch raus.

    Die Kürzung von Zuschüssen für die Oper bedeutet keine Vernichtung von Kultur, sondern animiert deren Schaffende kreativ zu werden. Nicht im künstlerischen Sinne, eine solche Forderung meinerseits wäre anmaßend. Nein, kreativ im wirtschaftlichen und sozialen Sinne. Wie kann ich mehr mit weniger erreichen? Über den Tellerrand hinaus zu blicken und nicht nur das eigene Wohl, sondern das der Gemeinschaft im Auge zu haben. Kulturell und finanziell. Denn dort, wo mehr Geld für alternative Kulturszenen verfügbar ist, wächst und gedeiht Kultur!

    Reine Ökonomie? Neoliberalismus? Das könnte ich verstehen, wenn die IBBBO eine Schließung der Oper fordern würde. Aber das tut sie nicht, sondern überträgt den Bürgern die Entscheidung, ob eine gerechtere Verteilung der Mittel zwischen Oper, anderen Kulturformen und den sozialen Belangen gefunden werden sollte. Demokratie in der reinsten Form. Es geht nicht darum, wie sich die Bürger entscheiden, sondern dass sie entscheiden.

    So, eigentlich wollte ich an dieser Stelle den Kommentar beenden. Aber jenseits der Politik drängt es mich, noch einige persönliche Gedanken und Fragen in die Runde zu werfen:

    Volksverdummung ist ein Begriff aus längst vergangenen Zeiten. Er tut weh. Was sind Werte? Sind sie wirklich nur in der Vergangenheit begründet oder bilden sich nicht vielmehr ständig neue Werte heraus? Was mag der Mönch in der Stille seines Klosters gedacht haben, als die weltlichen Herrscher die Oper gefördert haben? Sollen wir annehmen, die Oper sei nichts wert, weil sie damals neu war?

    Was ist für die Entwicklung unseres Planeten und die menschliche Gesellschaft von größerer Bedeutung gewesen? Das Konservierende oder der stetige Wandel, die Evolution? Ich habe meine Entscheidung schon vor vielen Jahren getroffen: Für den Wandel. Wir sollten Kunst und Kultur als etwas verstehen, das diesen Wandel entscheidend mitgeprägt hat. Indem beide immer wieder neue Wege gegangen sind.

    Zugegeben, vielleicht sind das mehr Fragen als Antworten. Aber vielleicht macht es doch den ein oder anderen nachdenklich. Vielleicht kommt er dann zu dem Ergebnis, dass Wandel an sich positiv ist. Der Wandel unserer Demokratie, der Wandel von Kunst und Kultur, der Wandel von Werten.

  4. stoertebecker schrieb am

    Ach, Herr Benndorf, vielleicht sollten Sie vorher Ihre Beiträge immer nochmals durchlesen, bevor Ihnen wieder etwas “rausrutscht”. Wer sich an äußerlichen Dingen wie s/ß reibt, hat meist nichts anderes mehr zu sagen. Wer erst einmal seinen Gegner diskreditieren muß, weil ihm sonst nichts besseres einfällt… Aber dies zu Ihrem Niveau.
    Wer alternative Kultur und Oper gegeneinander ausspielen will, hat Kultur an sich nicht verstanden. Aber dies ist man ja leider von den Piraten gewohnt, daß sie eine fast rührende Naivität an den Tag legen, wenn es um Kunst und Künstler geht. Mit dem Urheberrecht habt Ihr Euch doch schon so in die Nesseln gesetzt. Schon vergessen?Macht die Künstler arm oder arbeitslos, schon werden sie kreativ. So einfach ist das. Aha. Laßt sie bloß nicht ordentlich verdienen. Herr Benndorf weiß wohl nicht, was ein normaler Arbeiter/Künstler an der Oper verdient. Die Piraten wissen wohl nicht, wie viele Menschen zu einem Opernbetrieb gehören. (Orchester, Chor, Soli, die Leute hinter den Kulissen). Daß dies auch entsprechend kostet. Aber rechnen ist immer schwierig. Sich informieren auch. Die Forderungen der Piraten bedeutet logischerweise und zwangsläufig die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Oder sollen sich alle Künstler den verbleibenden Etat untereinander aufteilen? Ein Hungerlohn wäre das Ergebnis. Wo das eigentliche Geld sitzt und rausgeschmissen wird – daran wagt der Pirat nicht zu rühren.
    Nachdem Herr Benndorf seinen Kommentar eigentlich beenden wollte – besser wär’s gewesen – gibt es noch eine philosophische Abhandlung: Volksverdummung kommt in vielen Kommentaren hier vor. Zu recht. Es mag wehtun, trifft aber den Kern der Sache. Und, Herr Benndorf, wer austeilt und solche Begriffe wie “Blockparteien” verwendet und die Leute der Oper diffamiert (lesen Sie einmal die Beiträge der Piraten und die vielen Falschinformationen hier auf diesen Seiten), muß sich nicht wundern, daß auch scharf zurückgeschossen wird.
    Wer Kulturinstitutionen schließen will, ist von Bücherverbrennungen nicht weit.
    Die Oper war übrigens nicht nur “damals” neu, sondern sie ist es auch noch heute. Sie hat sich über 400 Jahre immer wieder neu erfunden. Es geht nicht nur um Uraufführungen, die heute noch ständig stattfinden, sondern auch um das Neuinterpretieren alter Meisterwerke. Oper ist kein Museum. Sondern entsteht im Moment der Aufführung in uns Zuhörern und den Darstellern auf der Bühne. Das ist das Mißverständnis, welches Sie aus Unwissen eben nicht verstehen können und anscheinend auch nicht wollen. Im Theater werden mehr neue Werte gebildet als in Ihrer Partei. Die Oper ist eben nicht konservierend, sondern im ständigen Wandel. Das haben Sie, der nur aus Vorurteilen und nicht aus einem Wissen heraus argumentiert, eben nicht verstanden. Sie sind es, der nicht über seinen eigenen Tellerrand blicken kann.
    Und Ihre Vorurteile geben Sie weiter. Und geben es als Wissen aus. Und plädieren für Vernichtung von Kultur. Spielen das eine gegen das andere aus. Schaffen einfache Wahrheiten. DAS ist Volksverdummung, auch wenn Ihnen das nicht bewußt ist. Sie handeln aus Nichtwissen. Aus Naivität. Das ist gefährlich und nicht zu entschuldigen. Wenn Sie nur “Fragen” haben, die aber so gestellt sind, daß sie eine Antwort manipulativ intendieren, ist das schändlich.
    Nur wer zurück blickt und sich mit der Vergangenheit befaßt, kann sich erst selbst verstehen und dann nach vorne blicken, um neue Werte zu schaffen. Die Piraten haben weder die Vergangenheit verstanden, noch können sie neue Werte schaffen. Sie können nur eines: Zerstören. Zum Wandel oder dem Schaffen neuer Werten tragen sie leider nicht bei.

  5. Aron Stiehl schrieb am

    Ach, die Piraten haben das Thema Oper wieder ausgegraben. Sie lernen wirklich nichts dazu.

    Nun, Bernhard hat ja mal so schön eine Diskussion geleitet hier. Er fühlte sich berufen, sich einzuschalten. Er wußte nicht, wer Max Beckmann ist. Er wußte nicht, wer Marthaler ist. Das ist ja an und für sich auch nicht schlimm. Mich dürfte man in vielen anderen Gebieten nicht befragen. Ich kenne mich oft nicht aus und bin der große Ahnungslose, der Unwissende. In gewissen Fragen wäre ich niemals befugt, mich einzumischen oder gar darüber abzustimmen.

    Der Unterschied: Bernhard und seine Piratenfreunde wollen überall mitreden und mitbestimmen, vor allem auch in der Kultur. Schlimmer noch: Sie wollen Kultureinrichtungen schließen. Ohne einen Schimmer von dem zu haben, worüber sie reden. Was sie anrichten. Diese Naivität der (wildgewordenen) Kleinbürger ist erschreckend und gefährlich, einige Vorschreiber hier haben dies sehr gut erkannt.

    Es ist beschämend, wie wenig Kultur und Bildung bei einigen Leuten hier noch zählt. Aber Italien macht es vor: Da spielen die Theater fast gar nicht mehr und das Fernsehen und der Konsum haben das Regiment übernommen. Wer in Italien als Aussenstehender TV schaut, ist geschockt. Das aber blüht uns, wenn die Kulturvernichtung fortschreitet. In den Staaten ist es ähnlich. Wer seine Kultur, seine Wurzeln verrät, wird einen Sturm ernten. Von der Geschichte nichts gelernt? Warum auch, wenn es seichte Unterhaltung gibt, Facebook und Twitter. Mit Vorurteilen und Unwissen wird hier Politik gemacht, das wurde genau richtig erkannt.

    Um was geht es wirklich? Einerseits um die Schließung von Kultureinrichtungen, andrerseits um die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Die Piraten bleiben im Kleinen und polarisieren die Gesellschaft ohne Sinn und Verstand. Das allumfassende Denken, welches in die Tiefe geht, das die wirklichen Probleme dieser Gesellschaft erkennt, das eben haben sie nicht. Und sie wundern sich über den Aufschrei, welches Kulturvernichtung mit sich bringt – ganz zu schweigen von den existenzbedrohenden Auswirkungen, welches die Schließung der Oper Bonn für viele Mitarbeiter nach sich ziehen würde. Das aber ist alles egal. Hauptsache, die Piraten erregen Aufmerksamkeit.

    Das Entscheidende und Auffällige aber ist: Die Piraten agieren immer im Negativen. Es geht immer nur um Zerstörung, um die Vernichtung von Tradition und von „alten“ Werten. Positives kann ich nicht erkennen. Konstruktives Handeln mit Idealismus ist bezeichnenderweise nicht vorhanden.

    Ich wohne in Berlin und dort sind die Piraten im Parlament. Eine Chaotentruppe ohne Kultur, ohne Benehmen, die während der Sitzung auch schon mal handgreiflich werden.

    Alle, die die Hoffnung hatten, diese Partei könnte etwas ändern, sahen sich getäuscht. Wandel, positives Ändern der Gesellschaft sieht etwas anders aus.

    In vielen Ländern in Asien werden neue Opernhäuser gebaut, weil die Asiaten den Wert dieser Kunstgattung erkannt haben, für unsere Zeit. Obwohl die Kunstgattung aus dem alten Europa kommt. Aber die Piraten wollen Theater schließen. Weil sie degeneriert sind und blind für Werte.

    Es ist müßig, weiter zu schreiben. Ich darf aber nochmals einige Kommentare aus alter Zeit von diesen Seiten zum selbigen Thema– die meisten nicht von mir!!!, man möge mir verzeihen – hier zusammenfassen:

    Das typische Opernpublikum ist der Bürger von nebenan und nicht “die Reichen”. JEDER muß die Möglichkeit haben, ins Theater und ins Museum zu gehen. Das muß sich die reiche Bundesrepublik Deutschland leisten können. Deshalb werden Theater und Museen bezuschußt. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichten 2007 die öffentlichen Ausgaben für Kultur einen Anteil von 0,35%. Insgesamt stellten die öffentlichen Haushalte 1,67% ihres Gesamtetats für Kultur zur Verfügung. Das ist verschwindend gering. Anstatt hier darüber zu diskutieren, daß MEHR für Kultur ausgegeben wird (nicht nur für Oper, sondern auch für “alternative” Kultur!!!), hackt man hier gegenseitig aufeinander herum, anstatt die richtigen Fragen zu stellen: Wo geht denn das andere Geld hin? Wo kann man wirklich sparen?

    Wenn Theater nicht mehr öffentlich bezuschußt werden, kann sich der normale Bürger keine Eintrittskarte mehr leisten und die Sponsoren bestimmen das Programm. Die Programme werden angepaßt und brav, haben folglich mit Kunst nur noch wenig zu tun. Amerika ist das beste Beispiel. Da herrscht reine Kulinarik, reiner Konsum. In den meisten Städten der USA sind die Einkaufszentren der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Wollen das die Piraten wirklich???

    Natürlich ist das Theater nicht lebensnotwichtig. Aber unsere Gesellschaft würde verarmen. Unsere Welt wäre um vieles ärmer ohne die Oper, das Kraftwerk der Leidenschaft.

    Auch die Bürger, die nicht die Theater, Museen, Universitäten und Volkshochschulen besuchen, profitieren vom reichen Kultur- und Bildungsangebot, welches das Denken, ergo: das Leben eines Landes bestimmt. Und Deutschland hat einen hohen Wert: Die Theaterdichte. Darum beneiden uns andere Nationen. Dies wollen die Piraten vernichten. Und es gibt wesentlich kleinere Städte als Bonn, die ein Theater haben!!!

    Kunst sollte für alle da sein. Sie bereichert das Leben und die Gesellschaft, bringt sie im Denken durch ihre Grenzgänge voran. Das kostet natürlich Geld und das sollte uns die Kunst wert sein. Dieses Denken der Materialisten, wo Werte keinen Platz mehr haben, ist gefährlich und oberflächlich. Vielleicht sind Piraten und Künstler gar nicht so weit entfernt. Wahrheiten suchen. Mißstände aufdecken. Unbequem sein. Leider hat sich die Piratenpartei von ihren Ursprüngen entfernt und eine ihr eigentlich verwandten Organisation den Krieg erklärt. Im Programm der Piraten steht vieles. Aber wie bei den anderen Parteien ist Papier geduldig und es wird schnell vergessen. Die AG Kulturpolitik der Piraten meinte mal folgendes: “Kultur ist der wichtigste Faktor zur Identität einer Gesellschaft den es gibt. Es ist für die Zukunft wichtiger denn je, dass sich jede Kultur schrankenlos entfalten kann. (…) Kultur kann und darf nicht zum Spielball politischen Kalküls werden und muss sich bewahren können, sei es um der kindlichen Kreidekritzeleien auf der Straße oder einer hinreißenden Arie in der Oper willen.”

    Das wurde anscheinend vergessen. Und für die Sportstadt Bonn soll jetzt die Kultur dran glauben.

    Das eine Wichtige wird gegen das andere Unersetzliche ausgespielt. Die Zahlen der Piraten sind, was auf ihrer Seite veröffentlicht wird, schlichtweg falsch. Was sagen Sie denn den hunderten Mitarbeitern der Oper, wenn diese entlassen werden? Und es sind nicht nur 80 Angestellte, wie die Piraten schreiben. Die Piraten sind also für Kultur- und Arbeitsplatzvernichtung. Komisch, dass dies im 90 Sekundenbeitrag von Benndorf nicht vorkam. Aber in 90 Sekunden solch’ ein Thema abzuhaken ist bezeichnend für die politische Kultur dieser Partei.

    Die Probleme liegen woanders. Nicht im peinlich geringen Kulturetat!

    Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass bestimmte Arten unserer Kultur staatlich subventioniert werden.

    Da diese Ansicht von einer breiten Öffentlichkeit so gesehen und getragen wird, braucht es auch kein Bürgerbegehren.

    Die tragende Idee dahinter ist, dass es bestimmte Bereiche unserer Kultur geben muss, die frei sind vom Markt und kommerziellen Erwägungen.

    Diese Idee entstammt der Aufklärung, ist 200 – 250 Jahre alt und wurde wesentlich vom Bürgertum geprägt und durchgesetzt.

    Sie war für unser Land wichtig und prägend – durch viele Umwege und Hindernisse – auf dem Weg in einen demokratischen Staat.

    Nach dem 2. Weltkrieg wurden – inmitten größter Not – sofort diese Kultureinrichtungen wieder etabliert, in dem Bewusstsein ihrer sinn- und gemeinschaftsstiftenden, den Menschen stärkenden Funktion.

    Zu diesen in breitem gesellschaftlichen Konsens förderungswürdigen Bereichen zählen Museen, Theater, Orchester und Oper.

    Sie alle befassen sich mit Kunstwerken, die sich über lange Zeiträume als zeitlos und von allgemeingültiger künstlerischer Qualität, fernab von kurzfristigen Moden erwiesen haben.

    In breitem gesellschaftlichen Konsens haben die Bürger erkannt, dass es diese Kunstwerke zu pflegen und erhalten gilt.

    Jeder Bürger unseres Landes, unserer Stadt sollte daher in die Lage versetzt werden, sich an diesen Künsten zu erfreuen – niemand aufgrund seines Einkommens oder sozialen Status davon ausgeschlossen werden.

    Die Piraten sehen das Eigentliche nicht: Dass die Kultur einen unschätzbaren Wert hat. Und dass die eigentlichen finanziellen Probleme dieses Landes ganz woanders zu suchen sind. Das System hier hat ein Problem. Das sollte man an der Wurzel packen. Aber die Piraten kratzen nur an der Oberfläche, anstatt die richtigen Fragen zu stellen.

    Ein kurzer Blick in die Deutsche Geschichte: Weimar, eine Stadt, die sich über Jahrhunderte für Kultur und Musik eingesetzt hat; Leipzig, eine Stadt, die für ihre Jahrhunderte währende Kultur berühmt ist und über Jahrhunderte prägend war für die europäische wenn nicht sogar weltweite Musikgeschichte. Nicht zuletzt durch den dadurch heute begünstigten Tourismus sondern auch durch kluge (und nicht an der Kultur sparende Politik) boomen diese Städte heute – Sie haben seit Jahrhunderten klugerweise in die Zukunft und in Nachhaltigkeit – nämlich durch Kulturförderung – investiert. als Gegenbeispiel fungieren zahllose verödende Städte, Städtchen und Großstädte vornehmlich in NRW (z.B. Minden) – was Sie kennen Minden nicht …?

    Rekord-Steuereinnahmen, niedrige Arbeitslosenzahl und stabile Sozialsysteme.

    So ist die BRD heute.

    Die DDR hat zwei Dinge nicht kaputtbekommen: Die Kirche und die Kultur. Die Kultur wurde sogar sehr gefördert.

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurden zuerst die Theater wiederaufgebaut. Weil man wußte, dass sie wertestiftend waren. In Zeiten höchster (Haushalts-) Not.

    In Griechenland sind die Theater gerade voll. Auch da ist eine Haushaltsnotlage.

    Geht es uns vielleicht zu gut? So gut , dass wir nur dem schnöden Mammon Geld und Konsum vertrauen, anstatt den eigentlichen Werten? Oder haben wir durch unsere System schon so viele Werte verloren, dass wir gar nicht mehr merken, dass wir unsere Kultur (ergo: unsere Gesellschaft) verraten?

  6. Aron Stiehl schrieb am

    @ Klaus Benndorf
    Zu K. Benndorf, der ja schon einmal das Thema Opernschließung in einem 90 sekündigen (!!!) Video bewältigen zu müssen glaubte:
    Sie sind gegen die alte Rechtschreibung, wie ich sehe. Alle, die diese alte Rechtschreibung anwenden, sind also rückwärtsgerichtet und altmodisch?

    “dass mit „sz“ deutet darauf hin, dass ich es hier mit einem jener Kultur-Vertreter zu tun habe, die neues nicht akzeptieren und gerne zurück blicken. Oder aber doch nicht jene Bildung aufweisen, die sie propagieren?”

    Sie wissen, dass (oder daß) Thomas Mann (dt. Schriftsteller, * 6. Juni 1875 in Lübeck; † 12. August 1955 in Zürich, nicht, dass wieder Mißverständnisse entstehen ;-)) mit der neuen Rechtschreibung/Zeichensetzung oftmals nicht zu verstehen wäre?
    O. Bei Mann ist man wieder rückblickend. Wie sieht es hier aus: Horace Engdahl, Hans Magnus Enzensberger, Georges-Arthur Goldschmidt, Günter Grass, Lars Gustafsson, Elfriede Jelinek, György Konrád, Reiner Kunze, Stanislaw Lem, Siegfried Lenz, Claudio Magris, Harry Mulisch, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Cees Nooteboom, Patrick Süskind, Martin Walser, Christa Wolf waren alle gegen die neue Rechtschreibung und lassen/ließen ihre Bücher alle in mit den alten Regeln drucken. Alle ungebildet? Aber auch hier haben wohl die Piraten wieder das Recht, aus Unwissen heraus zu urteilen. Es ist auch hier wieder einmal zu sehen, daß den Piraten dringend ein Sprecher für Kultur fehlt, der auch etwas von der Sache versteht.
    Dieses ewige Halbwissen der Piraten mit ihrem Anspruch, das Maß aller Dinge zu sein ist reine Hoffart. Aber nichts dahinter.
    P.S.: Die Emissäre des Spiegels, der Axel Springer AG und der Süddeutschen Zeitung suchten sich darüber zu verständigen, ob, wie und wann die Rechtschreibreform in den von ihnen vertretenen Häusern zurückgenommen und an deren Stelle die “klassische”, vulgo: alte, Orthographie wieder eingeführt werden könnte. Momentan werden diese Zeitungen in einer Mischform aus alter und neuer Rechtschreibung gedruckt.

  7. Bernhard schrieb am

    @Aron Stiehl:

    1. “Weil sie degeneriert sind und blind für Werte.” Genau. Unwertes Leben. *schock*
    2. Oper ist einzige Kultur die es gibt.
    3. “Da diese Ansicht von einer breiten Öffentlichkeit so gesehen und getragen wird, braucht es auch kein Bürgerbegehren.” Da Herr Stiehl das sagt, ist es so. Bürgerbefragungen sind somit niemals notwendig. Einfach Herrn Stiehl fragen.
    4. 25% der freien Mittel der Stadt Bonn GEHÖREN der Oper. Die freie Kultur kann ruhig vor die Hunde gehen. Dass der Intendant dem Bürgermeister sagt, dass 3 Millionen sofort gespart werden können ist unwichtig. Dass Schulen und KiTas verfallen auch.
    5. Dass es hier nur um die Einbeziehung der Bürger geht, bei einem Thema, bei dem der Rat sich weigert darüber auch nur zu reden ist unwichtig. Wenn Herr Stiehl sagt, dass die Piraten die Oper schliessen wollen, dann ist das so.
    6. Damit auch arme Leute in die Oper gehen können müssen auch für die Wohlhabenden die Karten mit 250 Euro subventioniert werden.
    7. Lokalpolitiker wollen die Stadtfinanzen selbst kontrollieren und nicht sich durch einzelne Lobbys kontrollieren lassen. Unverschämt!

    Sollten sie mal in Bonn sein, kommen sie mal bei uns vorbei und wir unterhalten uns. Vielleicht werden wir uns dann besser verstehen als wir jetzt denken können.
    Es scheint, als wären Ihnen die Bonner Verhältnisse unbekannt. Zumindest was die Verhältnisse und Diskussionen im Rat angehen. Wir haben leider nicht den Luxus uns nur auf die Oper konzentrieren zu können falls wir verantwortungsvoll in der Stadt agieren wollen.
    Insbesondere möchten wir echte Bürgerbeteiligung. Nicht diese Simulation die der Rat bisher halbherzig und vorhersehbar erfolglos veranstaltet hat. Wir möchten, dass es für Kultur, Sport, Verkehr, Infrastruktur, etc Konzepte gibt die schlüssig sind und immer wieder an die sich ändernden Verhältnisse angepasst werden. Ist das falsch? Das gibt es aber in den meisten Bereichen bisher nicht.
    Warum haben sie Angst vor einem Bürgerentscheid? Wenn die Bürger, so wie sie sagen, die Oper haben wollen, dann haben sie die Bestätigung und können allen Forderungen dagegen demokratisch legitimiert entgegen treten. Sie scheinen aber nicht so sicher, dass die Menschen in Bonn das wollen. Sonst würden sie nicht in so langen Texten dagegen wettern. Wer aber soll darüber entscheiden wenn nicht diejenigen, die dafür bezahlen?

  8. sualkbn schrieb am

    @Aron Stiehl: Auch ich habe früher “sz” verwendet, und hätte es auch getan, wenn ich bereits 1983 “Die Entdeckung der Langsamkeit” geschrieben hätte. Die Rechtschreibreform kam 13 Jahre später und ab da hätte jeder anfangen können seine Schreibweise umzustellen. Dachte, das wäre allgemeiner Konsens. Ist es aber offensichtlich nicht. Die ewig Gestrigen kann man nicht überzeugen und mit Ihnen haben wir es tatsächlich mit einem jener zu tun, die sich intolerant der Wandlung unserer Gesellschaft verschließen. Früher war alles besser. Wie dumm.

    Was hat das alles mit Politik zu tun? Vor allem eines: Politik muss sich mit den Wünschen und Problemen der derzeit lebenden Generation befassen, dabei aber die Vergangenheit berücksichtigen. Wir haben heute andere Vorstellungen von einem erfüllten Leben als unsere Großvater-Generation. Dazu gehört die Schrift genau so wie die nicht mehr aktuelle Priorisierung der Oper.

    Eigentlich könnte ich hier mit der Diskussion aufhören, denn hier endet die Politik und mein Engagement als Pirat. Irgendwie treffen mich Ihre Sätze aber auch persönlich:

    Alle Autoren die Sie hier aufzählen, habe ich selbst gelesen. Und noch unendlich viele mehr. Die meisten davon sind toleranter als Sie. Wenn nicht, geht die Geschichte über sie hinweg. Vieles verstehen wir beide vielleicht gleich, vielleicht aber auch anders. Ich brauche Ihre Zustimmung nicht. Ich brauche auch nicht Ihre Definition von Kultur. Schön auswendig gelernt haben sie das. 18 Namen. Sie wollen imponieren, mit Masse, nicht mit Klasse. Denken Sie, so eine Aufzählung wäre Bildung? Mich beeindruckt das nicht. Wenn Sie die stille Kritik eines Rafik Schami erkannt haben oder die beißende Anklage eines Lion Feuchtwanger, diskutiere ich wieder mit Ihnen.

    btw.: Gäbe es keine Rechtschreibprüfung meines Browsers, hätte ich jetzt “beißende” mit “doppel s” geschrieben. 😉

  9. Aron Stiehl schrieb am

    Wie schade, dass weder Bernhard noch sualkbn inhaltlich und/oder sachlich Stellung nehmen können. Es zeigt einmal wieder, dass die Piraten an der Oberfläche bleiben, von Dingen sprechen, von denen sie nichts verstehen, austeilen, ohne einstecken zu können. Sie haben nur ihre Klischees und Stereotypen und versuchen, danach zu urteilen.

    Sie projizieren auf andere, was sie sehen wollen. Als gäbe es für uns Opernleute nur die Oper. Bernhard, alles nochmals lesen und wenigstens versuchen, es zu verstehen. Kultur ist umfassend und besteht aus einer Ganzheit. Die Piraten versuchen das eine gegen das andere auszuspielen. Nicht wir. Zum ersten Punkt will ich lieber keine Stellung nehmen („Unwertes Leben“). Auch hier reine Projektion. Totschlagargumente. Wurden Sie etwa in die Ecke getrieben? Argumentieren Sie endlich einmal ohne Vorurteile und Scheuklappen und sachlich, auch, wenn’s schwerfällt. Und informieren Sie sich vielleicht einmal. Etwas weniger Emotionalität und Sie kriegen das hin!!! Den Splitter im Auge des anderen sehen, aber den Balken im eigenen…

    Aber: So machen die Piraten Politik und versuchen mit Vorurteilen direkte Demokratie einzuführen. Es bestätigt sich auch hier: Die Piraten haben keine Visionen. Statt Wandel der Gesellschaft nur Zerstörung und Kleinkrieg. Statt Aufklärung Oberfläche. Statt Kultur ein Nichts. Keine Gegenentwürfe. Keine Idee. Eine Bankrotterklärung. Wenn bei den Piraten wenigstens einmal groß gedacht werden würde. Aber es bleibt alles im Kleinen, ohne Vision.

    Nicht jeder Wandel ist gut Es gibt notwendige Wechsel und es gibt Dinge, die mehr zerstören, als dass sie von Nutzen sind. Auch hier sollte man abwägen.

    Wer sein eigenes Klischeebild der Oper und ihrer Mitarbeiter den anderen aufzwängen will als ewiggestriges Kunstwerk, hat weder die Oper noch etwas von der Kunst an sich verstanden. Wer aber mit diesen Klischees versucht, Stimmungsmache und Politik zu machen, hat moralisch schon verspielt.

    Wieviel Prozent waren es bei der Bundestagswahl? Zu recht, wie ich meine. Gerade hier bei den „Diskussionen“ beweist es sich einmal wieder. Vielleicht wißt Ihr es wirklich nicht besser. Aber ist das eine Entschuldigung?

  10. sualkbn schrieb am

    @Aron Stiehl Trotz aller Meinungsverschiedenheiten fand und finde ich diese Unterhaltung interessant. Sie wird uns aber nicht weiterbringen. Dazu sind wir beide zu sehr in unserem Denken gefangen. Ich werde mich nach diesem Kommentar daher aus der Unterhaltung zurückziehen, lade Sie aber nochmals herzlich ein das Thema mit uns bei unseren wöchentlichen Treffen zu diskutieren.

    Ich habe etliches aus der Diskussion mitgenommen. Umgekehrt würde ich mich freuen, wenn klar geworden wäre, dass die Bonner Piraten nicht die künstlerischen Aspekte der Oper diskutieren, sondern die Frage, wie Politik gemacht wird. Dazu gehört ganz wesentlich, die Bürger mitbestimmen zu lassen.

  11. stoertebecker schrieb am

    Lieber Herr Stiehl!
    Danke für Ihre Unterstützung, der ich aber nicht bedarf. Sie schreiben ja selbst: Beide Rechtschreibungen sind möglich und beide sind gleichberechtigt. Daraus eine Diskussion zu machen, die hier nicht her gehört oder wegen eines “daß” jemanden als “Ewiggestrigen” hinzustellen (was ja nichts anderes heißt als Nazi), spricht doch für sich und entlarvt die Schreiber. So ist es auch mit der Schlußfolgerung “Unwertes Leben”. Was soll man dazu noch sagen?
    Der Bürger soll mitbestimmen, in den Grenzen seiner Möglichkeiten, die jeder hat – die Piraten sind ungewollt das beste Beispiel – aber dann muß man ihn auch aufklären und nicht bei seinem Hausfrauenwissen verbleiben und offen sein für eine größere, umfassendere Wahrheit. Aber gerade hier wird mit Vorurteilen Politik gemacht und gerade die Piraten zeigen, daß sie den Wandel verschlafen haben und ein Auslaufmodell sind. Nach den Diskussionen hier kann man nur sagen: Gott sei Dank! Das Schreiben dieses Herrn Bernhard ist einfach widerwärtig und unsachlich. Wenn das aufgeklärte, verantwortungsvolle Politik sein soll und der Umgang mit Respekt in einer Diskussion, die ja hart geführt werden mag, ist das sehr traurig.
    Daß die Piraten die Oper schließen wollten, war hier ja mehrfach zu lesen. Und sie sind ja nicht nur für eine Abstimmung darüber, sondern sind eindeutig für eine Schließung (bzw. jetzt sind es Kürzungen) und treten dafür unverhohlen ein. Mit Halbwissen, Vorurteilen und manipulativen Informationen.
    Wie eine Oper von 8 Millionen überleben soll? Das sollen die Piraten einmal vorrechnen. Soll das Orchester vom Band kommen? Oper ohne Chor? Ein D- Haus? Es liefe also zwangsläufig auf eine Schließung hinaus. Und wer dieses Bürgerbegehren initiiert hat, von wem es ausging… das weiß in Bonn auch jeder. Wenn man eine Gesellschaft ändern will, sollte man sie auch als Ganzes ernstnehmen. Und nicht nur sich selbst sehen.

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