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Piraten verleihen den „Schimmel-Preis“

Freitag, 27.03.2015. Prominente und nicht-so-prominente eilen nach Marl zur jährlichen Grimme-Preis-Gala. Aber: heute ist etwas anders. Denn heute werden sie, wie auch die Schaulustigen, die sich zum Promi-gucken einfinden und die anderen Besucher der Veranstaltung, mit etwas konfrontiert, was an dieser Stelle sonst nicht auftritt: Marler Flüchtlingspolitik. Von ihrer hässlichen Seite.

Unsere Forderung steht: Schließung des Röttgershofes in Marl. Einführung verbindlicher Standards für die Unterbringung von Flüchtlingen.

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Denn so sehr, wie wir es begrüßen, dass die Macher der Sendung „Die Anstalt“ für ihren kritischen Beitrag zur deutschen Flüchtlingspolitik einen Grimme-Preis erhielten, so sehr kritisieren wir auch, wie direkt vor Ort mit Flüchtlingen umgegangen wird. Marl ist hier ein trauriges Beispiel – leider aber längst nicht das Einzige. Immer wieder werden aus den verschiedenen Sammelunterkünften im Kreis Recklinghausen unhaltbare Zustände gemeldet. Der Röttgershof jedoch steht schon seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder in der Kritik – und es sind immer die gleichen Mißstände. Damit muß endlich Schluss sein – diese Forderung wird unser Ratsmitglied Michael Levedag auch in den Marler Sozialausschuß bringen.

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Die DemonstrIMG_8033ation wurde aktiv unterstützt von der Attac-Gruppe aus Recklinghausen, von Menschen, die aktiv in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, sowie dem Verein Mensch ist Mensch e.V. aus Duisburg. Der Pavillon der Piraten wurde direkt an der Stelle aufgebaut, an der alle Fahrzeuge vorbei müssen – und an der viele Passanten vorbei kommen. Er diente bei durchwachsenem Wetter als kleine Basisstation, aber auch als optisches Zeichen: wir sind hier. Von hier aus schwärmten unsere Demoteilnehmer aus, um die Pressevertreter über unser Anliegen zu informieren und unser Transparent weithin sichtbar in Position zu bringen. Viele Flyer wurden verteilt und die Gäste der Veranstaltung nahmen diese auch gerne an, um sich zu informieren, weshalb wir vor Ort demonstrierten.

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Eine schöne Überraschung und eine tolle Geste: das Team der „Anstalt“ kam heraus, um sich im Gespräch mit Melanie Kern und Nico Kern über das Anliegen der Demonstration und die Zustände in der lokalen Flüchtlingsunterkunft zu informieren. Man merkte, dass ihnen das Thema im Großen wichtig ist. Deshalb betonten sie auch bei der Preisverleihung, dass die Tatsache, „das heute Menschen vor der Halle stehen und demonstrieren zeigt, wie wichtig das Thema ist“.

 

Marls Bürgermeister war wohl weniger begIMG_8061eistert. Er weist unsere Kritik nach wie vor von sich. Leider lässt er sich nicht vor der Tür blicken und nimmt auch nicht unseren „Schimmel-Preis“ entgegen. Wir haben ihn dann symbolisch an jemanden verliehen, der – genau wie Bürgermeister Arndt – auch Werner heißt.

Der frischgebackene Preisträger wollte aber auch nicht, dass der „Schimmel-Preis“ zur jährlichen Institution wird. Wir hoffen, wir müssen ihn nicht noch einmal verleihen.

Diese Aktion stellte erst einmal einen optisch-akustischen Höhepunkt in der Diskussion um die Schließung des Röttgershof dar. Die Debatte wird aber weitergehen, dafür werden wir Piraten und viele andere Engagierte sorgen. Wir gehen nicht nach Hause, zufrieden über eine tollle Demo und lassen es dabei bewenden – wir sind erst dann zufrieden, wenn die Stadt Marl alle Menschen aus dieser maroden Unterkunft herausgeholt und in vernünftigem Wohnraum untergebracht hat.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den vielen Teilnehmern und sonstigen Unterstützern bedanken – bei den vielen Piraten, bei Attac, dem Flüchtlingsrat NRW, Mensch ist Mensch e.V., der Polizei Marl und natürlich ganz besonders bei der Trommlergruppe, welche die Aktion akustisch begleitet hat. Danke euch!

Die Demo ist vorbei, die Arbeit geht weiter. Wir halten euch auf dem Laufenden

 

1 Kommentar zu “Piraten verleihen den „Schimmel-Preis“

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