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Städtische Warenhausbetriebe in Iserlohn?

Kaum war die Fraktion UWG-Piraten gegründet, gerade erst hatten wir unser Büro im Rathaus bezogen, da musste gleich in der ersten Ratssitzung eine wichtige Entscheidung für die Zukunft unserer Stadt getroffen werden.

Warum nun hat sich die Fraktion UWG-Piraten für den Kauf der Karstadt Immobilie entschieden warum musste die Entscheidung so kurzfristig gefällt werden?
In aller Ausführlichkeit werden wir die Hintergründe dieser Entscheidung in unserer öffentlichen Fraktionssitzung am 28. Juli um 19 Uhr im Ratssaal erläutern.

Wer durch die Iserlohner Fußgängerzone geht läuft über modernes Pflaster, findet Bänke und eine zeitgemäße Beleuchtung vor. In den letzten zehn Jahren wurde die Fußgängerzone Stück für Stück saniert – bis auf den Schillerplatz. Irgendwie will das gesamte Areal nicht so recht in das moderne und freundliche Stadtbild passen. Ganz egal ob man sich die betonlastige Architektur auf dem Platz, die seit Jahren stillgelegte Rolltreppe oder die mittlerweile doch etwas in die Jahre gekommene Rathausbrücke unter der manch Iserlohner nur ungern auf seinen Bus wartet betrachtet: „Da müsste mal was passieren“.

Das Gebiet des Schillerplatzes ist Bergschadensgebiet, schon 1872 musste hier eine Kirche abgerissen werden da sie durch Absackungen einsturzgefährdet war. Lange Zeit galt dieses Gebiet als unbebaubar.

In den Sechziger Jahren überbaute man das Areal mithilfe von Stützpfeilern und viel Beton mit dem heutigen Schillerplatz, der Tiefgarage, angrenzendem Karstadt Warenhaus, Sparkasse und einer Brücke über den Theodor-Heuss-Ring zum neuen Rathaus.
Bei Sanierungs- und Umbauarbeiten muss die Konstruktion immer wieder in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, was aufgrund der Eigentümerstruktur in der Vergangenheit nicht einfach war.
Der Schillerplatz ist in städtischer Hand, im Westen grenzt die ebenfalls städtische Sparkasse an und im Osten liegt der Karstadt Komplex, der bis jetzt der Highstreet Holding gehörte.

Die Brücke vom Schillerplatz zum Rathaus beispielsweise grenzt an den Karstadt-Komplex, so dass jegliche Maßnahmen nur in Absprache mit dem Eigentümer Highstreet getroffen werden konnten.

Aufgrund der sehr verschachtelten Anteilseignerstruktur der Highstreet Holding mit schätzungsweise über 80 Anteilseignern sind Verhandlungen besonders zeitaufwändig und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.

Um eine zunkunftsorientierte vollumfassende und nachhaltige Entwicklung des gesamten Schillerplatz Areals unter Berücksichtung von Sicherheitsaspekten wie auch dem Ziel einer bürgernahen, offenen Gestaltung zu ermöglichen ist es unserer Meinung nach unumgänglich, dass die Stadt Iserlohn Eigentümer der Karstadt Immobilie wird.
Nur so lässt sich die notwendige Planungssicherheit erreichen um einen weitsichtigen Planungsprozess anzustoßen, der den Schillerplatz besser in die Innenstadt einbindet und ihn fit für die nächsten Jahrzehnte macht.

Es geht also auf lange Sicht nicht darum ein Kaufhaus zu betreiben um damit dann Gewinne zu erziehlen sondern darum Eigentümer einer Schlüsselimmobilie in Sachen Stadtentwicklung zu werden.

Die immer wieder in Leserbriefen und persönlichen Gesprächen angedeutete drohende Karstadt Pleite ist also kein Grund vom Kauf Abstand zu nehmen.

Sollte Karstadt pleite gehen, so ändert sich daran nicht zwingend etwas, vorallem wird die Immobilie dann nicht automatisch zum Niedrigpreis auf dem Markt angeboten.
Das Vorkaufsrecht der Stadt ermöglichte es zwar, die Immobilie zu dem Preis von Highstreet zu erwerben, den ein Kaufinteressent zu dem Zeitpunkt bietet. Dieser Preis kann bei einer Immobilie in so zentraler Lage je nach Konjunktur und Investor aber deutlich höher liegen als der aktuelle Preis.

Darüber hinaus ist die Gelegehneit die Immobilie zu Erwerben längst nicht immer gegeben. Im Jahre 2008 sind schon einmal Kaufverhandlungen eines Investors mit Highstreet gescheitert, da die Immobilie zu dem Zeitpunkt noch Teil eines Wertpapierpaketes war. Diese Papiere liefen nun aus, sodass sich für die Stadt diese vorerst einmalige Chance zum Erwerb der Immobilie ergab.

Wir, die Fraktion UWG-Piraten sahen uns aufgrund vorgenannter Tatsachen in der Pflicht im Sinne einer zukunftsweisenden Stadtentwicklung für der Kauf der Immobilie zu stimmen.

Wenn sie sich für dieses Thema interessieren und weitere Details erfahren möchten, dann laden wir sie herzlich ein unsere Fraktionssitzung am 28. Juli um 19 Uhr im Ratssaal im Rathaus am Schillerplatz zu besuchen.


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