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UWG und Piraten – ein gutes Team im Rat

Sicher: Wir waren angetreten um mit einer Piratenfraktion im Iserlohner Rat Politik mit zu gestalten. Die Wähler wollten es anders: Unser Wahlergebnis reichte nur für einen Sitz. Das hatte sicher nicht Iserlohner Gründe. Zu lange hatten sozialliberale Piraten, und dazu zählen wir uns in Iserlohn, zugesehen, wie linke Aktivisten das Bild der Partei prägten. Ich will die Aktionen einiger Politaußenseiter in Berlin, Dresden und anderswo gar nicht aufzählen. Es ist Verantwortung aller Piraten ein klares Profil zu zeigen. Zur Kommunalwahl war es noch nicht so weit und viele Menschen, die mit uns sympathisierten, konnten sich am Ende nicht durchringen uns auch zu wählen. Noch nicht, diesmal nicht. Ein Sitz reicht nicht um eine erfolgreiche Ratsarbeit zu gestalten.

Ähnlich ging es der UWG Iserlohn. Die UWG ist eine traditionsreiche Iserlohner Wählergemeinschaft. Bürgernahe Politik ohne Ideologie, der direkte Kontakt zwischen Bürgern und Politik, sachorientierte Entscheidungen und eine Abneigung gegen Hinterzimmerkungeleien prägten schon viele Jahre das Bild der UWG. Doch diesmal reichte es auch hier nur für einen Sitz. Gründe dafür waren sicher im Streit der vergangenen Wahlperiode zu sehen – die Abspaltung der „Freien Wählergemeinschaft”, die Umwandlung der alten UWG-Ratsfraktion in einen Familienclan, all das hatte der Iserlohner UWG schwer geschadet.

Als Simon und ich am Wahlabend beim Griechen in der Oststrasse der UWG zu ihrem Sitz gratulierten begann ein neuer Weg für beide. Lange Gespräche folgten in den Wochen darauf, die aktive Piratengruppe und regelmäßig ein Dutzend UWGler trafen sich wiederholt.

Zuerstmal: Die Chemie stimmte sofort. Das ist wichtig wenn man sechs Jahre lang miteinander arbeiten will.

Klar: Manche waren da auf beiden Seiten skeptisch. Bei der UWG dachte sicher dieses und jenes Mitglied: „Sind die Piraten nicht diese computerverliebte Chaotentruppe? Können die überhaupt ernsthaft arbeiten? Sind das Leute mit denen wir etwas erreichen können? Und andersrum bei den Piraten: Da ging auch diesem und jenem im Kopf herum „Die kommen dich aus einer ganz anderen Kultur. Schon vom Alter her – leben die von der UWG nicht in einer anderen Welt als wir?”

So mancher Lokaljournalist gab das Seine dazu. Da wurden wir Piraten ganz ungefragt einem „linken Block” im Rat zugeordnet, da wurde die UWG ebenso ungefragt zum Verbündeten der CDU erklärt.

Und was war dran? Ja. Wir sind ganz unterschiedlich. Aber nicht etwa entlang der Linie UWG / Piraten. Eher von den Generationen. Viele Aktive in der UWG sind 70 und älter. Mit meiner Ausnahme liegen die Piraten dagegen zwischen 18 und Mitte Vierzig. Mancher in der UWG benutzt bis heute keine Email, mancher Pirat sucht vergeblich nach einer „Briefmarke”.

Aber darum geht es nicht. Es geht um Iserlohner Kommunalpolitik. Und um gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Und da genau passt es in beiden Punkten.

Wer sich als Pirat die Mühe macht, zu lesen was die UWG Iserlohn will (uwgiserlohn.de/wahlen.html), wird überrascht sein: Das könnte auch von uns sein. Wir haben in unseren Gesprächen einige Themen besprochen und waren beiderseits positiv überrascht, wie gleich unsere Sicht der Dinge ist. In den Wochen, in denen unsere Fraktion seither arbeitet, hat sich das bestätigt.

In der Vereinbarung zur Gründung der Fraktion haben wir das gemeinsam so beschrieben:

„Sie drücken damit ihr gemeinsames Eintreten für mehr Bürgerbeteiligung, die Stärkung des bürgerschaftlichen Miteinanders, mehr Mitsprache für die Menschen in den Stadtbezirken, soziale Gerechtigkeit, eine spürbare Stärkung des öffentlichen Personenennahverkehrs, mehr Verkehrssicherheit, eine an den Interessen und Wünschen der Betroffenen orientierte Schulplanung, eine menschen- und umweltfreundliche Stadtentwicklung nicht nur orientiert an wirtschaftlichen Interessen und eine Kulturpolitik, die sich an einer breiten Vielfalt traditioneller und neuer Initiativen in Iserlohn orientiert und so die Stadt attraktiv macht. Die Fraktion wird für eine offene und transparente Ratsarbeit und Stadtverwaltung eintreten.”

Auch im Miteinander passt es. Schon jetzt glaube ich, dass alle in der Fraktion die Unterschiede in Alter. Erfahrungen, Fähigkeiten, Interessen als Bereicherung erleben. So soll das sein und so macht es Spass miteinander zu arbeiten.

Zum Fraktionsvorsitzenden wurde ich gewählt – und ich tue mein Bestes nicht nur der Pirat im Rat zu sein sondern auch die ganze Fraktion in ihrer Breite zu vertreten und zu integrieren.

Die Ratsfraktion UWG-PIRATEN ist keine Notlösung. Sie ist eine Gruppe, die gemeinsame Ziele miteinander verfolgt. Für eine basisnahe, transparente, freiheitliche und pragmatische Politik. Für eine offene, integrative und moderne Stadt.

Hans Immanuel Herbers
Ratsmitglied in Iserlohn


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