Pilotprojekt Urban Gardening

Antragsdatum: 5. September 2013
Status: Der Antrag wurde am 6.November 2013 im Stadtentwicklungsausschuss des Rates der Stadt Hilden behandelt.
Antragstext: Der Arbeitskreis Kommunalpolitik Hilden der Piratenpartei NRW und der Antragsteller Andreas Benoit bitten den Rat und die Verwaltung der Stadt Hilden darum, sich bei den Planungen für eine Neunutzung des Albert-Schweitzer-Geländes mit folgender Frage zu beschäftigen:

Ist das Albert-Schweitzer-Gelände geeignet, um auf der noch unbebauten Fläche ein Pilotprojekt für Urban-Gardening oder „Essbare Stadt“ durchzuführen?

Begründung:
Obwohl Hilden eine Stadt mitten im Grünen ist, gibt es auch hier das Problem, dass Natur von vielen Menschen insbesondere Kindern kaum mehr erlebt wird. Natur ist schließlich mehr als nur Gras und Bäume. Besonders die Vielzahl an essbaren Pflanzen ist für viele Menschen heute nicht mehr greifbar.

Die informellen Bürgerbewegungen „Urban Gardening“ und „Essbare Stadt“ versuchen dem seit Jahren entgegen zu wirken. Sie schaffen in verschiedenen Modellen – von fest installierten Gärten wie dem Berliner Prinzessinengarten (1), bis zu mobilen Pflanzstationen – erlebbaren und essbaren ökologischen Nutzraum mitten in der Stadt. Während es im Supermarkt und selbst auf dem Wochenmarkt nur eine kleine Anzahl
unterschiedlicher, oft hochgezüchteter Obst- und Gemüsesorten gibt, werden in diesen städtischen Naturenklaven häufig exotische und vom Aussterben bedrohte Sorten angepflanzt. Das Erleben von säen, wachsen und ernten ermöglicht es auch den Bewohnern der Stadt, Natur zu genießen.

„Urban Gardening“ und „Essbare Stadt“ sind zudem Konzepte, die das Zusammenleben der Nutzer fördern und sich häufig auch zu interkulturellen Treffpunkten entwickeln. Im Gegensatz zu Schrebergärten sind diese Projekte für die Nutzer nicht an eine langfristige Investition von Zeit und Geld gebunden und nur einem kleinen Kreis von Mitgliedern zugänglich sondern explizit für die gesamte Bürgerschaft als niederschwelliges Angebot gedacht. Das Prinzip ist: wer will macht mit, ohne große Aufnahmehürden und langfristige
finanzielle Verpflichtung.

Beide Nutzungsmöglichkeiten können sowohl fest installiert als auch mobil eingerichtet werden. Ein gutes Beispiel für mobiles Urban Gardening zeigt die Zwischennutzung des Flughafengeländes Berlin Tempelhof (2), wo Pflanzen auf Paletten gezogen werden, wodurch ein 5000 Quadratmeter großer improvisierter Stadtgarten entstanden ist. Der
Betreiberverein „Allmende-Kontor“ hat dabei von vornherein das Ende des Projekts im Jahr 2016 eingeplant und alle Pflanzungen so angelegt, dass sie in kürzester Zeit abgebaut und – falls sich ein neues Gelände findet – an anderer Stelle wieder aufgebaut werden können.

Bei allen Projekten dieser Art zeigt sich, dass die neuen Gemeinschaftsgärten zu einem Treffpunkt und Veranstaltungsort werden, dessen Einfluss weit über den lokalen Wirkungskreis hinausgeht. So wurde beispielsweise die „Essbare Stadt Kassel“ (3) intensiv in die dokumenta 2012 einbezogen. Die Möglichkeiten, die sich hier für die Außen- und Innenwirkung der Stadt Hilden bieten sind nur durch die Fantasie und das Engagement der Mitwirkenden begrenzt.

(1) http://prinzessinnengarten.net
(2) http://www.allmende-kontor.de:81
(3) http://www.essbare-stadt.de

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