Konzept essbare Stadt für Hilden

Antragsdatum: 12. Juni 2014
Status: Der Antrag wird vorrausichtlich am 28.August 2014 im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz behandelt.
Antragstext: Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
Der Arbeitskreis Kommunalpolitik Hilden/Haan der Piratenpartei NRW und der
Antragsteller Hans-Peter Westbeld stellen an den Rat der Stadt Hilden folgenden Bürgerantrag: der Rat der Stadt Hilden möge beschließen, das Konzept essbare Stadt entsprechend dem Vorbild der Stadt Andernach in Hilden umzusetzen. Dazu gehört insbesondere, dass öffentliche Grünflächen ausgewiesen werden, die mit essbaren Pflanzen bepflanzt werden. Die Früchte sollen von Jedermann gesät und geerntet werden dürfen. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten.

Begründung:
In Andernach lautet die Devise „Pflücken erlaubt“ und nicht „Betreten verboten“. Dadurch ist es gelungen, dass sich die Bürger stärker mit ihrer Stadt identifizieren können, und öffentlichen Raum als Allgemeingut begreifen.
Der über Jahrzehnte eingeübten Entfremdung zwischen Bürger und Allgemeingut wird so bewusst entgegen gewirkt. Öffentliche Flächen werden wieder als Eigentum aller Einwohner verstanden, der vielfach beklagten Vermüllung der Stadt wird das Bewußtsein entgegen gesetzt, eigene Verantwortung für das Gemeingut zu haben.
Zusätzlich können alte Nutzpflanzen gefördert und erhalten werden, eine Zugsamenarbeit mit Archeprojekten wie dem Landesprojekt Gartenarche sollte daher geprüft werden, auch im Hinblick auf Fördermittel.
Das Konzept in Andernach wird von dem Bürgern positiv aufgenommen und hat die Meinung über die Arbeit der Stadt und ihrer Verwaltung insgesamt positiv verändert!
Die Stadtverwaltung muss dazu aber auch selbst Vorbild sein und erste Impulse setzen, da viele Bürger verunsichert sind was sie dürfen und was nicht. Oft werden neue Ideen erst dann verstanden, wenn die Menschen sie umgesetzt sehen, es ist daher notwendig dass die Stadt Hilden das Konzept einleitet!
In Andernach konnte das Konzept der Essbaren Stadt mit 30% weniger Kosten realisiert werden, als die traditionelle Stadtbepflanzung. Bedenkt man den Nutzen für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger, die Biodiversität und die Zufriedenheit mit der Stadt, sind diese Einsparungen allerdings nur noch ein zusätzlicher Bonus und sollten nicht als Hauptargument gesehen werden. Tatsächlich ist – unter nicht ganz so günstigen Bedingungen wie sie in Andernach bestanden – der Einspareffekt nicht sicher. Er sollte daher auch nicht im Mittelpunkt der Überlegungen stehen.
Andernach ist zwar wie Hilden eine mittelgroße Stadt, die Bedingungen können aber nicht 1:1 verglichen werden. Andernach war bereits mit seiner historischen Stadtmauer und Altstadt ein beliebtes Touristenziel. Mit dem Konzept „Essbare Stadt“ konnten dennoch die Besucherzahlen deutlich gesteigert werden. Spezielle Führungen – sowohl für traditionelle Touristen als auch speziell am Thema interessierte Besuchergruppen – haben der Stadt zusätzliche Einnahmen und Bekanntheit gebracht.
Hilden als Mittelzentrum inmitten eines sich immer weiter verdichten Ballungsraums, könnte genauso Vorbildfunktion erlangen und ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Das Konzept der „Essbaren Stadt“ in Hilden umgesetzt, wäre nicht einfach eine Kopie des Andernach-Konzeptes, sondern eine Weiterentwicklung mit Vorbildfunktion für andere Städte mit ähnlichen Merkmalen.

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