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Den Fakten zum Trotz – oder: Wie der OB „den Trump macht“

Die kürzlich vor dem Hauptbahnhof aufgetretene Messerstecherei, die in den lokalen Medien umfassend kommentiert wurde, veranlasste den Oberbürgermeister Thomas Hunsteger‑Petermann dazu erneut seine Forderung nach Videoüberwachung in diesem Bereich zu äußern. Dass dies die aktuelle Rechtslage nicht hergibt und daraus zudem keinerlei Mehrwert gewonnen werden kann kritisierten nicht nur die PIRATEN in Hamm. Auch die Polizei meldete sich zu Wort und unterstrich mir ihren Aussagen und dem Verweis auf recherchierbare Fakten noch einmal die Unverhältnismäßigkeit dieses Ansinnens. Es wurde betont, dass objektiv keine Rede von einer Verschlechterung der Sicherheitslage am Bahnhof sein könne. Daraufhin kommentierte der Oberbürgermeister, dass die Unsicherheit in Kreisen der Bevölkerung zwar möglicherweise subjektiv gefühlt sei, er diese Ängste aber dennoch ernst nehmen wolle.

Ratspirat und Direktkandidat Martin Kesztyüs: „Diese Aussage des Oberbürgermeisters zeigt erneut und eindeutig wie fehlgeleitet unsere Stadtführung ist. Aber das kennen wir schon aus der Debatte um das rechtswidrige Glasverbot, welches an der Realität vorbei vom Oberbürgermeister ein zweites Mal durchgedrückt wurde – fernab jeder Vernunft und ohne jegliche Einsicht.
Ein erwachsener Mensch, erst Recht ein Politiker, sollte in der Lage sein, Fakten anzuerkennen, zu reflektieren, seine Meinung entsprechend zu revidieren und dazu zu stehen, dass er sich in seiner ersten Einschätzung geirrt hat. Darüber hinaus ist es in jeder Hinsicht kontraproduktiv subjektiven Ängsten einen Raum zu bieten. Das hat mit Fürsorge nichts zu tun, sondern schürt nur immer weitere, immer abstrusere Ängste. Wir PIRATEN fordern daher ein deeskalierendes und nachhaltiges Handlungskonzept, das als zentrales Element den Dialog mit den Bürgern beinhaltet, um solch irrationale Ängste abbauen zu können.“