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Endstation Hauptschule? – PIRATEN fordern umfassende Reform des Bildungssystems

Mit dem Halbjahreszeugnis der vierten Klasse erhalten Grundschüler eine Empfehlung für die Form der weiterführenden Schule, die als Orientierung dienen soll – letztendlich liegt die Entscheidung jedoch bei den Eltern. Eine aktuelle Umfrage in Hamm hat nun ergeben, dass vor allem die Eltern, deren Kinder eine Empfehlung für die Hauptschule erhalten haben, die Gesamtschule bevorzugen, während Kinder mit Empfehlung für das Gymnasium oder die Realschule in der Mehrheit auch dort angemeldet werden. 
 
Ratspirat Martin Kesztyüs: „Die Erkenntnis, dass die Hauptschule häufig nur als Notlösung angesehen wird, wenn man an der Gesamtschule keinen Platz erhalten hat, ist leider nicht neu. Es hat sich ein Teufelskreis entwickelt: Viele sehen die Hauptschule als Sackgasse ohne Perspektive und wählen daher, sofern möglich, die Gesamtschule. In der Folge landen nur die Schüler tatsächlich an einer Hauptschule, die anderswo nicht genommen wurden, was sich auf die Motivation der Schüler, sowie auf deren Leistungen negativ auswirkt. Dies verschlechtert wiederum das bereits angekratzte Image der Hauptschulen, so dass noch weniger Eltern bereit sind ihre Kinder dort hinzuschicken und so dreht sich die Abwärtsspirale immer weiter. Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch das große Problem, mit dem die Gesamtschulen zu kämpfen haben: Nur wenige Schüler mit Realschul- oder Gymnasialempfehlung gehen an die Gesamtschule, so dass die Schülerschaft dort nicht die eigentliche, natürliche Verteilung des Leistungsniveaus abbilden kann. Das Konzept des gemeinsamen Lernens schwacher und starker Schüler, das die Gesamtschule eigentlich auszeichnet, wird so untergraben. Daher fordern wir PIRATEN in Hamm ein generelles Umdenken und einen konsequenten Umbruch in der Bildungspolitik, der sich vom mehrgliedrigen Schulsystem löst und eine verbesserte Gesamtschule zur Regelschule macht.“