2016 Allgemein Flüchtlingspolitik Hamm

Auch der größte Held knickt irgendwann ein – PIRATEN fordern Trauma-Hilfe auch für Männer

Mit einem Budget von 175 000 Euro wird die Trauma-Hilfe für Kinder und Familien mit Gewalt- und Fluchterfahrungen seitens der Stadt unterstützt. Der Caritasverband Hamm setzt diese Hilfe in Form pädagogischer und psychotherapeutischer Angebote für betroffene Frauen und Kinder um.
 
Ratspirat Martin Kesztyüs: „Selbstverständlich ist dies ein Schritt in die richtige Richtung und in jeder Hinsicht begrüßenswert. Dennoch wird hier darüber hinweg gesehen, dass auch die Betreuung von Männern dringend notwendig ist. Ich persönlich habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, ohne Erfolg. Die Erlebnisse in einer Kriegssituation, sei es nun als Zivilist oder Soldat, sowie die Erfahrungen einer Flucht hinterlassen ihre Spuren nicht ausschließlich bei Frauen und Kindern. Spätestens seit dem Vietnam Krieg und der umfangreichen filmischen Aufarbeitung etlicher Veteranen-Schicksale sollte wirklich jedem klar sein, dass Hilfe zur Bewältigung des Erlebten für ausnahmslos alle Beteiligten oberste Priorität haben sollte. Wir dürfen nicht von einem archaischen Rollenbild ausgehen, das Männer als gefühlskalte Kämpfer darstellt, an denen alles abprallt. Der Horror von Krieg und Flucht lässt jede Seele brechen, auch die der Männer. Wir PIRATEN fordern daher eine ebensolche Unterstützung und Betreuung für alle männlichen Geflüchteten, wie sie auch Frauen und Kindern zuteilwird.“