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Cannabis – Medizin oder Droge?

Cannabis ist eine Droge und ein Genussmittel, wie viele andere Substanzen auch. Die auch als Hanf bekannte Pfanze ist darüber hinaus äußerst hilfreich in der Schmerztherapie.

Viele Jahre als Einstiegsdroge verschrien, scheint sich allmählich der Wind zu drehen. Das Verständnis für einen anderen Umgang mit Cannabis zu wachsen.

Zu Jahresbeginn sprach sich der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamten für eine vollständige Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten aus und machte dabei die Unverhältnismäßigkeit und Unwirksamkeit der gegenwärtig noch repressiven Drogenpolitik hinsichtlich der Konsumenten deutlich.

Cannabis-Legalisierung entzieht Kriminellen Geschäftsgrundlage

Eine Liberaliserung von Cannabis hingegen holt die Droge aus der Ecke des „verbotenen“ und entzieht einem kriminellen Schwarzmarkt den Nährboden. Diese bestätigt auch eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Zahlreiche Bundesstaaten in den USA, demnächst auch Kanada und einige europäische Länder, haben mittlerweile die Vorzüge eines offenen Umganges mit Cannabis erkannt und den Markt entsprechend geöffnet.

Die Piratenpartei lädt daher am 16. April um 19.00 Uhr in den „Alten Fritz“, Augustastraße 27, Witten zur Veranstaltung „Cannabis – Medizin oder Droge?“. Vortragen wird Chris J. Demmer, Kreistagsmitglied der Piratenpartei und Sprecher des Deutschen Hanfverbandes. Im Anschluss ist Raum für Austausch und Gespräch.

Stefan Borggraefe, Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr:

„Aus Sicht der Piratenpartei ist die Verbotspolitik gescheitert. Eine Legalisierung würde Polizei und Justiz entlasten, Verbraucher- und Jugendschutz ermöglichen. Ziel ist dabei nicht, dass mehr Menschen Kiffen sollen – im Gegenteil soll bessere Aufklärung ermöglicht werden. Es gibt es meiner Sicht keinen logischen Grund dafür, dass Cannabiskonsumenten kriminalisiert werden und zugleich die weitaus gefährlichere Droge Alkohol sogar mit hippen Werbekampagnen beworben werden darf.”

Cannabis-Pflanze

Auch die bisher erzielten Fortschritte im Bereich Medizinalcannabis gehen nicht weit genug. Nach wie vor gibt es unnötige bürokratische Hürden, Vorbehalte bei Ärzten und Schwierigkeiten mit Krankenkassen. Viele Menschen erhalten so das für sie gut wirksame Medikament nicht und müssen unnötig leiden. Eine Cannabis-Patientin aus Witten wird ebenfalls am 16. April aus erster Hand über ihre Erfahrungen berichten.

Piraten für liberale Drogenpolitik

Die Piraten stehen seit jeher für eine liberale Drogenpolitik und ganz besonders für einen progressiven Umgang mit Hanf. Die Position der Piraten stützt sich dabei auf zahlreiche medizinische Forschungen, aber auch auf Erfahrungswerte in Ländern wie den Niederlanden und Portugal, die schon länger einen liberalen Umgang mit Cannabis pflegen. Eine erste Erhebung aus dem US Bundesstaat Colorado stellt z.B. einen leichten Rückgang des Konsums unter Jugendlichen fest, seit das Cannabis legalisiert wurde.

Auch der ehemalige Fraktionsvorsitzende und drogen- und suchtpolitische Sprecher der Piraten im Saarland, Michael Hilberer, schaute ganz genau auf den amerikanischen Bundesstaat. Er sprach sich 2017 im saarländischen Landtag für ein Modellprojekt zu Legalisierung von Cannabis nach dem Vorbild von Colorado aus. „Wenn wir damit gute Erfahrungen sammeln, können wir auch über eine neuartige Drogenpolitik bei anderen Substanzen nachdenken, um aus dem Teufelskreis des Wettrüstens endlich auszubrechen“, sagte Hilberer.

Ein Blick in das Programm der Piratenpartei zeigt:

es geht sowohl um Cannabis als Medikament als auch um Cannabis als Genussmittel. Piraten fordern hier als erste, direkte Maßnahmen einen duldbaren Besitz von 30 Gramm Cannabis zum Eigenkonsum für Volljährige, um zumindest die Kriminalisierung der Konsumenten zu beenden. So könnten auch Polizei und Justiz deutlich entlastet werden. Hierzu sei ganz besonders die 37. Peira Martineé mit dem bekannten Richter und Legalisierungsbefürworter Andreas Müller empfohlen. Ebenso soll der Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtert werden. Cannabinoidhaltige Medikamente sollen anderen verkehrsfähigen Medikamenten gleichgestellt und von den Krankenkassen getragen werden.

Einen abschließenden, interessanten Einblick in die Thematik bekommt man gut durch diese Dokumentation des NDR vermittelt.

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