Afghanistan – Eine Frage der Ehre

Ehre, Anstand und Gewissen sind egoistische Geschenke. Es sind Geschenke eines jeden Menschen an sich selbst. Dieser sehr richtige Gedanke lässt sich ohne weiteres auch auf alle Gruppierungen von Menschen erweitern. Die Frage lautet daher, in was für einer Gesellschaft möchte ich in Deutschland leben?

Ich denke, dass jeder normale Mensch an dieser Stelle sofort antworten wird, dass diese drei Tugenden auf jeden Fall dazu gehören. Wenn dem so ist, dann sollten wir unseren inneren Kompass danach auch ausrichten und ein entsprechendes Handeln des Staates einfordern. Dass der Kompass bei sehr vielen Themen mittlerweile eine ausgesprochene Missweisung aufweist ist sattsam bekannt. In diesem speziellen Fall jedoch werden wir alle Weltweit in Sippenhaft genommen werden.

Hier  reden wir davon, dass große Teile der Bundeswehr nach 12 Jahren aus Afghanistan abziehen werden. Dies wird die Mehrheit unserer Gesellschaft positiv aufnehmen. Was ist jedoch mit den Menschen, die 12 Jahre lang unser Agieren in Afghanistan erst möglich gemacht haben?

Es ist richtig, dass sie dafür für afghanische Verhältnisse recht gut entlohnt wurden. Genau so wahr ist allerdings auch, dass es Deutschland nur einen Bruchteil dessen gekostet hat, was westlichen Zivilisten hätte dafür gezahlt werden müssen. Als unbezahlbaren Bonus dazu noch einen Angestellten, der Sitten und Gebräuche der Einheimischen kannte und daher schwere kulturelle Fehler im Umgang mit diesen vermeiden konnte. Wer von uns wüsste schon, dass man beim Sitzen darauf achten muss, dass der Gegenüber nicht die Fußsohlen sehen darf, da dies in Afghanistan eine Beleidigung des Gastgebers darstellt?

Diese Menschen haben also den Versprechungen der Petersberger Konferenz vertraut und versucht uns zu helfen in Afghanistan eine Zivilgesellschaft unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten aufzubauen. Dies haben sie unter Verhältnissen getan, welche die meisten von uns zur sofortigen Flucht veranlasst hätten. Unter ständiger Bedrohung ihres Lebens wenn sie die Aufbauteams begleiteten. Drohungen gegen und teilweise Verlust von Familienangehörigen durch Mordanschläge von Aufständischen. Darüber berichtet hier keine Zeitung, da der Tod einzelner in Afghanistan nicht ins Gewicht fällt und hiesigen Medien auch vollkommen egal ist, sofern damit keine tolle Schlagzeile verbunden ist.

Der Westen ist also gescheitert und zieht ab. Einheimische Kräfte dürfen nach Maßgabe der Bundesregierung nur in Deutschland einreisen, wenn sie eine akute Bedrohung ihres Lebens oder von nahen Angehörigen nachweisen können. Das sind derzeit Fälle im untersten zweistelligen Bereich. Wir lassen sie also weitestgehend im Stich.

Ehre, Anstand und Gewissen. Als Deutscher schäme ich mich zutiefst ob dieser unmenschlichen, technokratischen und vor allem kurzsichtigen und undankbaren Haltung. Jeder dieser Menschen hat es sich in den letzten 12 Jahren verdient, dass wir ihnen aus Anstand und Gewissen eine Zukunftsperspektive geben. Jeder von ihnen hat im Zweifelsfalle unter dem Einsatz seines Lebens mehr für die Bundesrepublik Deutschland geleistet, als die meisten unserer Mitbürger. Ich appelliere daher an jeden von Ihnen, seinen Wahlkreiskandidaten zu befragen, wo er in dieser Sache steht.

Eine meiner Initiativen im Bundestag wird sein, dass eine entsprechende Regelung getroffen wird, dass diese Menschen ohne Auflagen einreisen dürfen und sich hier dauerhaft eine Existenz aufbauen können. Geben wir dem Ansehen  unserer Versprechen in der Außenpolitik wieder mehr Gewicht, denn ohne einheimische Mitarbeiter werden wir mit unseren Projekten scheitern. Zeigen wir, dass wenn wir unsere Zielen in anderen Ländern nicht erreichen, wir zumindest Fürsorgeverhalten gegenüber den Menschen zeigen, welche für uns gearbeitet haben. Beschenken wir uns also selbst und geben unserer Glaubwürdigkeit in der Welt gleichzeitig wieder mehr Gewicht

60-Tage-Buch | Tag dreiundzwanzig, noch 37 Tage

Tag dreiundzwanzig des 60-Tage-Buchs. Aufreger des Tages Betreuungsqualität gleich bei KiTa und Tagespflege: “Städte- und Gemeindebund NRW begrüßt Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster” Ja, das war klar, heilt dieses Urteil doch die Versäumnisse der Städte und Gemeinden. Nachdem das Verwaltungsgericht Köln Eltern ein Wahlrecht zwischen der Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesstätten und in Kindertagespflege zugesprochen hatte, hob das Oberverwaltungsgericht das nun auf. Es folgt damit der Interpretation der Rechtslage des Städte- und Gemeindebunds. Der §5 des achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII), der im ersten Satz die elterliche Wunsch- und Wahlfreiheit beschreibt (“Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.“) und der §22 des SGB VIII, der in Satz 1 unter anderem auf die Unterschiedlichkeit von Tageseinrichtungen (Kitas) und Kindertagespflege verweist (“Das Nähere über die Abgrenzung von Tageseinrichtungen und Kindertagespflege regelt das Landesrecht.“), werden hierbei in einer von mir nicht nachvollziehbaren Weise interpretiert. Wer sich das Landesrecht in NRW anschaut (KiBiz), der kann die Unterschiede zwischen Kindertageseinrichtungen (Kita) und Kindertagespflege lesen. Neben der permanenten Evaluation der pädagogischen Arbeit in Kitas zu deren Sicherstellung und Weiterentwicklung stellt die von der Kita bis zur Landesebene durchorganisierte Elternmitwirkung neben weiteren einen wesentlichen Unterschied dar. Die Handlungsversäumnisse von Land und Kommunen und die schlechte finanzielle Ausstattung der Kommunen werden hier durch Interpretation von Gesetzesinhalten zu heilen versucht. Genau das war Intention der über Monate wirkenden Interessen-Arbeit von Städte- und Gemeindebund und Städtetag. Ich nenne das “sich aus der Verantwortung stehlen”. Zu diesem Thema schrieb ich in diesem Blog schon mehrfach: Recht auf U3-Betreuung, Augen zu und durch/ Recht auf U3-Betreuung, aber bitte in Maßen Kindertagesbetreuung in nrw ist massiv unterfinanziert Kinder und Eltern haben in diesem Land keine Lobby. Städte und Gemeinden schon. Das ist traurig. Das … Weiterlesen

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U3-Betreuung, Gesetze und deren Interpretation

Betreuungsqualität gleich bei KiTa und Tagespflege: “Städte- und Gemeindebund NRW begrüßt Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster” Ja, das war klar, heilt dieses Urteil doch die Versäumnisse der Städte und Gemeinden. Nachdem das Verwaltungsgericht Köln Eltern ein Wahlrecht zwischen der Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesstätten und in Kindertagespflege zugesprochen hatte, hob das Oberverwaltungsgericht das nun auf. Es folgt damit der Interpretation der Rechtslage des Städte- und Gemeindebunds. Der §5 des achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII), der im ersten Satz die elterliche Wunsch- und Wahlfreiheit beschreibt (“Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.“) und der §22 des SGB VIII, der in Satz 1 unter anderem auf die Unterschiedlichkeit von Tageseinrichtungen (Kitas) und Kindertagespflege verweist (“Das Nähere über die Abgrenzung von Tageseinrichtungen und Kindertagespflege regelt das Landesrecht.“), werden hierbei in einer von mir nicht nachvollziehbaren Weise interpretiert. Wer sich das Landesrecht in NRW anschaut (KiBiz), der kann die Unterschiede zwischen Kindertageseinrichtungen (Kita) und Kindertagespflege lesen. Neben der permanenten Evaluation der pädagogischen Arbeit in Kitas zu deren Sicherstellung und Weiterentwicklung stellt die von der Kita bis zur Landesebene durchorganisierte Elternmitwirkung neben weiteren einen wesentlichen Unterschied dar. Die Handlungsversäumnisse von Land und Kommunen und die schlechte finanzielle Ausstattung der Kommunen werden hier durch Interpretation von Gesetzesinhalten zu heilen versucht. Genau das war Intention der über Monate wirkenden Interessen-Arbeit von Städte- und Gemeindebund und Städtetag. Ich nenne das “sich aus der Verantwortung stehlen”. Zu diesem Thema schrieb ich in diesem Blog schon mehrfach: Recht auf U3-Betreuung, Augen zu und durch/ Recht auf U3-Betreuung, aber bitte in Maßen Kindertagesbetreuung in nrw ist massiv unterfinanziert Kinder und Eltern haben in diesem Land keine Lobby. Städte und Gemeinden schon. Das ist traurig. Das entlarvt die wohltönenden Worte der Minister*innen und … Weiterlesen

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60-Tage-Buch | Tag zweiundzwanzig, noch 38 Tage

Tag zweiundzwanzig des 60-Tage-Buchs. Aufreger des Tages Verfassungsgericht bestätigt: FDP macht illegale Wahlwerbung auf Steuerzahlerkosten Mehr dazu hier. Noch ein Aufreger PIRATEN-Anfrage deckt massive Funkzellenabfragen in Schleswig-Holstein auf. Schmunzler des Tages Die Gedanken sind frei. Verwaltung: Plakate bestellt

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60-Tage-Buch | Tag einundzwanzig, noch 39 Tage

Tag einundzwanzig des 60-Tage-Buchs. Aufreger des Tages Das neue “DSM-5″ kommt und mit ihm die deutliche Steigerung der Zahl der diagnostizierbaren Krankheiten. (DSM : Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) Folgt man mancher Studie, so sollen fast 40% der Europäer psychisch krank sein. Neben so mancher Interesse-geleiteter Aussage sehe ich den (bewussten oder unbewussten) Willen zur Normierung der Menschen als einen Baustein dieser Entwicklung. Gestalten wir die Welt für unsere Kinder tatsächlich so unerträglich, dass sie mehr und mehr mit psychichen Reaktionen oder gar Krankheiten reagieren müssen? Ist es tatsächlich der Medienkonsum, der sie ‘zappelig’ macht? Oder überreagieren wir mit Helicoptering und gut gemeintem Druck? Können unsere Kinder noch Kinder sein? Sonstiges: Infoveranstaltung ‘Digitale Selbstverteitigung 1. Abend: Geschichte der Geheimdienste, Auswirkungenvon Überwachung Aufbau Veranstaltungsort, Vortrag gehalten, Abbau Veranstaltungsort

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60-Tage-Buch | Tag zwanzig, noch 40 Tage

Tag zwanzig des 60-Tage-Buchs. Teaser des Tages Aussage eines Kandidaten der Partei ‘Die Linke’ auf abgeordnetenwatch.de: “Grundschulen sollten auch mal klein sein dürfen.” Da bin ich dabei. Aufreger des Tages Das dem Wahlkampf geschuldete Hin und Her zwischen CDU und SPD in Sachen Überwachungsskandal. Jede Menge Schuldzuweisungen und am Ende die Aussage “Hier in Deutschland ist alles ok.”. Wozu dann die Schuldzuweisungen? Für mich stellt sich nicht die Frage irgendeiner ‘Schuld’, irgendeines Versäumnisses in der Vergangenheit. Ich schaue mir an, was die Verantwortlichen jetzt un und welche EInstellung zur Verletzung von Grundrehten sie zeigen. Sonstiges: Plakate aufgekleistert Piraten-Stammtisch Wesel Vorbereitung Vortrag “Digitale Selbstverteidigung, Geschichte der Geheimdienste”

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Forderungen für eine abgestimmte und zielgerichtete Außenpolitik

(Dies ist keine offizielle programmatische Position der Piratenpartei, kristallisierte sich jedoch in den Arbeitsgruppen der Potsdamer Konferenz 2013 als Lösungsansatz für unsere Forderungen heraus. In der Folge werden die beteiligten Arbeitsgemeinschaften dies bis zur programmatischen Reife bearbeiten und durch den Parteiinternen Diskurs begleiten.)

War nach dem zweiten Weltkrieg die erkennbare Leitlinie der deutschen Außenpolitik zum einen die europäische Integration und zum anderen die Bündnis- und damit Blocktreue zu den westlichen Staaten, ist dieser auch eher schlechte Kompass für Außenpolitik offensichtlich nach dem Zerfall des Ostblocks abhanden gekommen. Danach fand Außenpolitik eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nicht unbedingt weil Entwicklungshilfe- und Außenministerium unglaublich geheim arbeiten, sondern weil niemand etwas Berichtenswertes daran fand. So regieren die Fürsten in ihren jeweiligen Ministerien schön nebeneinander her und fanden höchstens noch als Mahner oder besorgte Kommentatoren außenpolitischer Geschehnisse mal auf den Bildschirm oder in die Printmedien. Als dritter Akteur in dem eh schon unübersichtlichen Geschehen trat dann noch in den neunziger Jahren die Bundeswehr auf den Plan.

Jede dieser drei großen Parteien auf dem außenpolitischen Spielfeld hat nun ihre ganz eigene Art der Informationsgewinnung und Auswertung derselben. Hinzu kommen noch diverse kleinere Mitspieler wie der BND, der in seiner Hauptaufgabe der Regierung zuarbeitet und als einziger Akteur auch Nachrichtenbeschaffung betreiben darf, heißt mit Nachrichtendienstlichen Verfahren und Methoden. Alle leiden jedoch an derselben systemimmanenten Krankheit. Zum einen, wenn die Informationen auf dem Dienstweg nach oben in vorauseilendem Gehorsam von unliebsamen Informationen oder Schlussfolgerungen gereinigt, also gefiltert werden. Zum anderen, was dann noch als Information die Staatssekretärsebene erreicht, dort so lange zurechtgebogen wird, bis der entsprechende Minister dies als Erfolg seiner Politik verkaufen kann. Im schlimmsten Fall muss dann auf Grund dieser Informationen der einzelne Abgeordnete seine Entscheidung über Krieg und Frieden treffen. Das ist für jeden nachvollziehbar im besten Fall unbefriedigend. Auch kann so keine zielgerichtete Außenpolitik betrieben werden, welche Krisen erst gar nicht entstehen lässt. Genau dies fordern wir Piraten jedoch als Außenpolitik. Daher gedenken wir Piraten hier einen anderen Weg einzuschlagen.

Wir fordern eine Formulierung von Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland, die transparent kommuniziert welche Ziele wir Kurz-, Mittel- und Langfristig in der Politik zu jedem einzelnen Land erreichen wollen. Dazu müssen folgende Voraussetzungen geschaffen werden:

Jede Partei und jedes Ministerium welches mit außenpolitischen Belangen befasst ist, verfasst ein Weißbuch in dem diese Ziele definiert werden.

Danach erfolgt auf überparteilicher Basis eine Abstufung der Wichtigkeit der jeweiligen Länder und eine globale Definition der jeweils zu erreichenden Ziele. Dies löst dieses wichtige Politikfeld etwas aus dem Fokus auf die jeweilige Legislaturperiode, da auch die Oppositionsparteien an der strategischen Definition der Außenpolitik beteiligt sind. Dass erschwert auch die kurzfristige Einflussnahme von Wirtschaftslobbyisten auf die Außenpolitik.

Als nächster Schritt ist ein Strategisches Informationszentrum zu schaffen. Hier laufen die Rohdaten aller Informationsquellen auf und werden ausgewertet. Hierbei ist es von existenzieller Wichtigkeit, dass diese Daten nicht vorgefiltert werden. Sofern also eine vorgesetzte Dienststelle eine andere Sicht der Dinge hat, kann sie einen eigenen Bericht verfassen oder sich zu Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit der Information abweichend äußern. Ausnahmen bei besonders sensitiven oder Datenintensiven Quellen sind zu definieren. Eine klare Nachvollziehbarkeit bis zu den Rohdaten muss möglich sein. Ausnahmen sind restriktiv zu handhaben und im Einzelfall durch die Genehmigungsstelle Aktenkundig zu begründen. Bisher sind als zuarbeitende Dienststellen durch die Piraten folgende Ministerien und Ämter identifiziert worden:

Außenministerium
Verteidigungsministerium
Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit
Wirtschaftsministerium
Innenministerium
Finanzministerium
Bundesnachrichtendienst
Bundesamt für Verfassungsschutz nebst nachgeordneter Ebenen
Bundeskriminalamt nebst nachgeordneter Ebenen

 

Die Aufgaben des SIZ umfassen dann im Folgenden:
Auswertung aller eingehenden Informationen.
Erstellung einer Warnmatrix für Krisen und hier insbesondere die Erarbeitung von Indikatoren für Krisen.
Überwachung dieser Indikatoren und Beratung der Bundesregierung und der parlamentarischen Gremien für Lösungsansätze.
Beratung und Information aller Mitglieder des Bundestages über außenpolitische Entwicklungen. Pro aktiv bei sich entwickelnden Krisen, oder auf Antrag des Abgeordneten bei Bedarf im Rahmen seiner politischen Arbeit.

Koordinierung der Außenpolitik
Dafür wird ein Außenpolitisches Koordinierungszentrum gebildet welches die Regierungspolitik in koordinierte Außenpolitik umsetzt. Hier ist auch die Anlaufstelle für nationale und internationale GO und NGO. Dies hilft Ressourcen und Mittel zu bündeln und verhindert, dass Geld in dunkle Kanäle verschwindet oder sich die Tätigkeiten der Organisationen gegenseitig behindern. Von hier aus werden dann auch Kriseninterventionsmaßnahmen eingeleitet und durchgeführt. Die ministerielle Leitung würde hier beim Außenministerium liegen.

Evaluierung und Kontrolle
Ein drittes zu bildendes Zentrum wäre dann für den Soll-Ist Vergleich von Ziel und tatsächlich erreichtem Status unter Berücksichtigung der investierten Mittel zuständig. Also Analog zum Bundesrechnungshof. So können auf lange Sicht die eingesetzten Mittel und Kräfte optimiert werden. Ebenso ist bei Fehlentwicklungen ein rechtzeitiges Gegensteuern möglich, da diese Evaluierung ein andauernder Prozess ist. Hier könnte die Federführung beim Finanzministerium liegen.

Durch diesen interdisziplinären Ansatz kann eine kohärente, auf lange Sicht geplante Außenpolitik gestaltet werden. Auch ist zu erwarten, dass nicht nur die bisherigen Mittel deutlich effizienter eingesetzt werden können, es können auch noch Einsparungen durch den Abbau dann überflüssiger Strukturen erzielt werden.

Als zentraler Bestandteil eines Wirkungsnetzes dieser drei Zentren ist darüber hinaus eine Instanz zu schaffen, welche vollkommen unabhängig die Einhaltung der deutschen und europäischen Datenschutzgesetze überwacht. Sie hat im Strategischen Informationszentrum direkten Zugriff bis auf die Rohdatenebene um somit Fehlentwicklungen oder Eigenleben der Dienste zu Unterbinden. Ein Teil dieser Instanz wäre dann das deutlich gestärkte parlamentarische Kontrollgremium des Parlamentes. Es wäre zu wünschen, dass der Bundesdatenschützer als zweithöchstes staatliches Amt in der Verfassung verankert und direkt durch die Wahlberechtigten für eine begrenzte Anzahl von Perioden gewählt würde. Hier ist ein Gegengewicht mit Entscheidungsbefugnissen auszustatten um der Bildung eines Supergeheimdienstes mit Eigenleben entgegen zu wirken. Denn gerade die Kontrolle der Informationsbeschaffer ist eine Aufgabe, die offensichtlich noch kein demokratisch legitimierter Staat geschafft hat. Gerade unter dem Aspekt des rasanten Machtzuwachses der Geheimdienste im Zeitalter der Massendatenfusion und deren automatisierter Auswertung ist hier tatsächlich Neuland zu beschreiten. Im Sinne demokratischer Spielregeln ist die stringente Kontrolle der Überwacher eine der drängensten, wenn nicht sogar die drängenste zu lösende Aufgabe der Politik.

60-Tage-Buch | Tag neunzehn, noch 41 Tage

Tag neunzehn des 60-Tage-Buchs. Aufreger des Tages Die deutsche Familienversicherung bewirbt ihre Produkte mit dem Spruch “Soll ihre Tochter Altenpflegerin werden oder freie Berufswahl haben?” Das ist in mehrerlei Hinsicht geschmacklos: Es suggeriert, dass der Beruf der Altenpflege schlimm und nicht erstrebenswert ist. Die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die diesen Beruf mit Herz und Überzeugung gerne ausüben, geht den Machern dieser Werbung und den Entscheidern im Hause Deutsche Familienversicherung wohl ab. Es reduziert den Beruf als Beruf nur oder vornehmlich für Frauen. Und im Kontext zur mitschwingenden Diskreditierung dieses Berufes stellt es Frauen als die Dummen dar, die diesen unattraktiven Beruf ausüben. Es stellt die Freiheit der Berufswahl in Frage oder zumindest als rein finanziell zu gewährleisten dar. Damit stellt die Werbung das deutsche Bildungssystem und die sozialstaatlichen Leistungen insgesamt in Frage. Werbung spiegelt immer auch die gesellschaftliche Realität. Vermutlich findet diese Werbung Betrachter, die sich davon ansprechen lassen. Gleichzeitig hat Werbung – zumindest erfolgreiche Werbung – auch immer eine prägende Wirkung auf die Gesellschaft. Diese Werbung der Deutsche Familienversicherung ist nach meiner Meinung ein besonders mieses Beispiel für die Mechanismen von Werbung. Man stelle sich nur Eltern vor, die darauf anspringen und die fern von Konsum-Lust (© bmfsfj) einen Nebenjob antreten, um ihrem Kind ‘die freie Berufswahl’ zu erhalten. Vielleicht ein Nebenjob in der Altenpflege. Liebe Deutsche Familienversicherung: ja, Vorsorge ist sinnvoll. Vorsorge für Bildungsleistungen auch und vielleicht besonders. Gäbe es eine solche für meine Kinder noch nicht, käme ich nach dieser Werbung nicht auf die Idee, diese Vorsorge mit Ihrem Hause zu betreiben, unabhängig von der Qualität Ihrer Produkte. Noch ein Aufreger Pofalla erklärt NSA-Affäre für beendet. (per ordre de Pofalla) Und noch ein Aufreger Nachdem die Regierungsparteien dem früheren Kanzleramtsminister Steinmeier den schwarzen Peter in Sachen Ausspähaffäre zuzuschieben versucht haben und ihn selber vor das parlamentarische … Weiterlesen

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Konsum-Lust

Deutschland im Jahr 2013 – nie hatten soviele Menschen in unserem Land einen Zweitjob. Laut Bundesagentur für Arbeit hat fast jeder zehnte Bürger in Deutschland neben seiner beruflichen Haupttätigkeit einen Minijob als zweiten Job. Interpretationen dieses Zustandes, die besagen, dass diese Zweitjobber das aus finanzieller Notwendigkeit heraus machen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, kontert eine Sprecherin des Arbeitsministeriums, Frau von der Leyens Haus, mit der Aussage, dass neben finanziellen Engpässen auch die Konsumlust der Menschen mit mehreren Jobs ein Grund sei. Liebe nicht genannte Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums: Sie liegen mit Ihrer Aussage sicher richtig. Es wird bei den ca. 2.660.000 Menschen, die neben ihrer regulären Arbeit zusätzlich einem Minijob nachgehen, einige – vermutlich tausende – Menschen geben, die das tun, um sich etwas leisten zu können, was nicht zu den elementaren Grundbedürfnissen zählt. Die allermeisten Menschen, die über ihren Hauptberuf hinaus arbeiten gehen, tuen das jedoch, weil sie mit dem ersten Einkommen nicht hinkommen. Die Mutter, die abends noch zwei Stunden ‘woanders’ arbeiten geht, damit ihre Familie die Miete bezahlen kann, der Vater, der am Wochenende in der Tanke kassiert, damit die Kinder ordentlich gekleidet in die Schule gehen können und ohne fremde Hilfe am Klassenausflug teil nehmen können. Die Witwe, die ihre Wohnung auch im Winter warm haben möchte und dafür zwei Mal die Woche putzen geht. Der Student, der neben seinem Studium Hunde gegen Bezahlung ausführt, weil sein Bafög nicht für Miete, Essen und Lehrmittel reicht. … Konsum-Lust. Wenn ich darüber nachdenke, was Geldverdienen neben dem Hauptjob ist, fallen mir nicht als erstes die Leute aus dem Bericht der Arbeitsagentur ein. Mir fallen zuerst Abgeordnete ein, die neben ihren Diäten und Zulagen Einnahmen für Nebentätigkeiten generieren, die vermutlich jenseits der Vorstellungen der Minijobber sind. Machen diese Abgeordneten das aus Konsum-Lust? (bei den vielfach genannten Zahlen zu Abgeordneten-Nebeneinkünften … Weiterlesen

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60-Tage-Buch | Tag siebzehn, noch 43 Tage

Tag vierzehn des 60-Tage-Buchs. Teaser des Tages Erster Infostand vor der Bundestagswahl in Wesel. Sonstiges: Plakatetrailer innerhalb Wesels umgestellt.

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