US-Spionage kostet uns Milliarden – jedes Jahr

In einer Powerpoint-Präsentation (PDF) des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen beziffert das Ministerium die Schäden durch Wirtschaftsspionage auf 50 Milliarden Euro jährlich. Dank Edward Snowden wissen wir, wer diese Schäden in Deutschland verursacht. Es sind nicht die Chinesen, sondern die USA und Großbritannien, die mit ihrem monströsen Überwachungsapparat, mit PRISM und TEMPORA Telefonate belauschen, E-Mails abfangen und über Hintertüren in Windows und Mac OS X vermutlich direkten Zugriff auf Millionen privat und geschäftlich genutzte Server, Computer, Tablets und Mobiltelefone haben.

Anstatt ein Importverbot gegen Microsoft und Apple zu verhängen, Edward Snowden Asyl zu gewähren und ihm das Bundesverdienstkreuz zu überreichen, windet sich unsere Bundesregierung. Man schämt sich Bürger eines nicht souveränen Staates zu sein. Die Fakten sind klar. Wer die USA zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr.

Nun fragen sich viele Bürger, ob es denn wirklich so schlimm sei, wenn der amerikanische Geheimdienst weiß, was sich auf ihrer Festplatte befindet und was sie ihren Freunden, Bekannten und Geschäftspartner so schreiben. Wer nichts zu verbergen hat, brauche auch die Überwachungsdiktatur nicht zu fürchten. Aber wissen wir überhaupt, was wir verbergen sollten und was nicht? Was heute unverfänglich ist, kann morgen schon kriminell sein. Und wer sagt uns, ob die NSA nicht heimlich etwas auf unsere Festplatte lädt, das uns für Jahre hinter Gitter bringen kann? Der Rechner von Lieschen Müller interessiert die Amis kaum, aber die Rechner von Führungskräften, von Entscheidungsträgern, von Ingenieuren und Wissenschaftlern, von Menschen, die Geschäftsideen haben, die neue Wege in der Forschung gehen, die sind sehr wohl interessant. Und diese Menschen haben die Amerikaner in der Hand. Sie können unbequeme Politiker bei ihren Wählern diskreditieren, indem sie Privates an die Boulevardpresse weiterleiten oder Daten auf den Rechnern ihrer Opfer manipulieren. Sie können jeden Menschen, der Einfluss oder Wissen besitzt, zur ›Kooperation‹ zwingen, weil sie Dinge von ihm wissen, die privat bleiben sollten. Und wenn sich partout nichts findet, speichern sie einfach Kinderpornos aus seinen Rechner. Ach ja, die NSA weiß natürlich auch, welche Musikdateien auf deinem Rechner du illegal heruntergeladen hast.

Da ich befürchte, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht wirklich vorstellen können, was Überwachung bedeutet, möchte ich hier einmal auf ein Problem am Rande hinweisen. Die Schäden für die deutsche Wirtschaft und damit auch für uns alle. Wenn die deutsche Wirtschaft jährlich um 50 Milliarden geschädigt wird, so bedeutet das weniger Umsatz, weniger Gewinne, weniger Arbeitsplätze und weniger Steuereinnahmen.

Wenn du, liebe Leserin, lieber Leser, das nächste Mal durch ein Schlagloch fährst oder deinem Kind in der Schule der Putz auf den Kopf fällt, weil Bund, Länder und Kommunen kein Geld haben, um die Infrastruktur in Ordnung zu halten, dann kannst du dich auch bei unseren Freunden jenseits von Ärmelkanal und Atlantik bedanken, die Wirtschaftsspionage im ganz großen Stil betreiben. Und du kannst dich bei unseren winselnden Politikern in der Regierung bedanken, die weder uns Bürger, noch unsere Unternehmen davor schützen.

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Tschüss Google

Ich war ein Google-Fan der ersten Stunde. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, seit wann ich Google als Suchmaschine nutze. Als GMail eingeführt wurde, war ich jedenfalls fast sofort dabei. Google war eine wunderbare Idee. Don’t be evil, war das Motto der Gründer und sie wollten das Wissen der Welt allen Menschen verfügbar machen. Aus dem Traum ist ein Alptraum geworden. Google arbeitet mit der NSA zusammen und liefert unsere Surf-, Lese- und Bewegungsprofile postwendend an den amerikanischen Geheimdienst. Das Wissen, wo wir sind, was wir tun, wie wir denken, steht dank Google der NSA zur Verfügung. Das geht gar nicht. Ihr seid das Letzte. Geht sterben! Ganz schnell!

Deshalb heißt es Abschied nehmen von Google. Das fällt nach zahllosen Jahren intensiver Google-Nutzung nicht leicht. Ich habe Google wirklich gemocht, aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, sich von diesem Überwachungsunternehmen zu verabschieden.

Wenn man sich aus Facebook zurückzieht, verliert man nur ein paar soziale Kontakte. Man kann die Menschen, die wirklich wichtig sind, nach ihrer E-Mail-Adresse fragen, wenn man mit ihnen in Kontakt bleiben möchte. Facebook ist ein geschlossener Kindergarten. Bei Google ist das anders. Google hat sich wie ein Krebsgeschwür im Internet ausgebreitet und ersetzt das freie Netz durch Dienste, die unglaublich bequem zu bedienen sind und durch die geschickte Vernetzung einen hohen Mehrwert erzeugen. Aus Google auszusteigen, ist extrem schwer. Ich werde hier protokollieren, was ich tun musste, um aus der Matrix auszusteigen.

Jede Art von Hilfe ist übrigens sehr willkommen. Ihr müsst nicht zugucken, wie ich mich hier abmühe, ihr könnt auch helfen. 😉

Google Suche

1. Juli 2013

  • Suchfeld im Browser auf DuckDuckGo geändert. Die Lösung ist nicht optimal. Auf der DuckDuckGo-Website ist nirgends der Firmensitz zu finden. Vermutlich liegt er in den USA, sodass auch sie mit der NSA zusammenarbeiten müssen.
    UPDATE: »The company is based in Paoli, Pennsylvania, United States in Greater Philadelphia« (Quelle: Wikipedia)

25. Juli 2013

  • Ich nutze nun Startpage statt DuckDuckGo und experimentiere mit YaCy. YaCy macht wirklich einen sehr interessanten Eindruck. Als ich die erste Suchanfrage machte, war ich überrascht, wie schnell das Ergebnis auf dem Schirm war; klar, es läuft ja auch auf localhost. Die Installation auf Ubuntu war so einfach, wie versprochen. Paket herunterladen, auspacken, Startscript ausführen. Damit en Node von außen ansprechbar ist und man dem Netz zurückgibt, muss man einen Port am Router öffnen. Das verschiebe ich erst einmal auf später. YaCy ist auch ein Webcrawler. Ich habe ihn auf meine Website losgelassen.Von der gecrawlten Site kann man eine Grafik der Netzstruktur anzeigen. Das Tool hat enen hohen Spielkind-Faktor!

    GMail

    Ich nutze GMail seit den Anfängen des Dienstes. Daher liegen hier die größten Schwierigkeiten. Ich besitze zwar andere E-Mail-Accounts, aber das GMail-Konto habe ich häufig genutzt. Vor allem für Mailinglisten oder als E-Mail-Adresse für die zahllosen Accounts, die man sich mit der Zeit im Internet so anlegt.

    3. Juli 2013

    • Mitgliedschaft in allen Google-Groups gekündigt.
    • Kontakte exportiert und in GMail gelöscht. Apps-Synchronisierung in Android abgeschaltet, damit die Kontakte im Smartphone nicht mitgelöscht werden oder von dort wieder auf die Rechner von Google/NSA hochgespielt werden. Ich rechne hier mit Problemen, da mir die Art, wie Google/Android synchronisieren, nicht wirklich bekannt ist. Der Kontrollverlust durch Google ist erschreckend.
    • Für Mailinglisten neue Adresse eingetragen
    • Abwesenheitsnachricht eingerichtet, die meine E-Mail-Partner darauf hinweist, dass ich mich aus Google zurückziehe.
    • Mir fällt auf, dass ich keinen genauen Überblick über alle Accounts habe, in denen ich die GMail-Adresse als login benutze.

    4. Juli 2013

    Mein Independence-Day. Wenn man nachdenkt und es richtig macht, klappt es auch gleich. Natürlich habe ich einen Überblick über meine Accounts da draußen im Neuland. Ich habe nämlich eine Liste. Die gehe ich jetzt durch. Dabei kann ich auch gleich überflüssige Accounts löschen.

    Google Talk

    9. Juli 2013

    Den Dienst nutze ich nicht mehr. Ich habe zwei andere Jabber/XMPP-Konten, über die ich auch OTR-Chats abwickeln kann.

        Google Kalender

        3. Juli 2013

        Leider habe ich immer noch keinen Ersatz für den Google Kalender gefunden. Für Android gibt es nur Apps, die den Google Kalender benutzen. Eine Standalone-Kalender-App ist mir noch nicht begegnet. Bitte belehrt mich eines Besseren unten im Kommentar.

        YouTube

        Kein Ersatz in Sicht. Ich werde wohl bloß mein Konto löschen.

        Google Maps

        Google Maps als Navigationsservice auf Android funktioniert wunderbar. Man braucht kein anderes Navi mehr. Der Verzicht darauf wird weh tun. Ich sehe noch keine Alternative. Openstreetmap hat ja keine Navigationsfunktion. Vielleicht wird sich ein europäischer Navi-Hersteller freuen, weil ich mir eins seiner Geräte kaufen muss.

        Google+

        Google zerrt jeden, der einen Google-Account hat, in das Google+ Netzwerk. Vermutlich kann ich die Matrix erst dann verlassen, wenn ich mein Google-Konto komplett lösche.

        3. Juli 2013

        • Verknüpfung der Website mit Google+ aufgehoben.

        18. Juli 2013

        • Ich habe angefangen, Google+-Seiten und G+-Communities, die ich ins Leben gerufen habe, an andere Administratoren zu übergeben.
        • Ich beginne damit, Communities zu verlassen. Die meisten habe ich fast nie genutzt.

          Android Smartphone

          Da man beim iPhone vom Regen in die Traufe kommt, muss ich wohl auf Firefox OS oder das Ubuntu Smartphone warten. Firefox hat seinen Sitz leider auch in den USA, sodass ich zu Ubuntu tendiere. Leider ist auf diesem Sektor kein wirkliches Open-Source-System in Sicht.

          16. Juli 2013

          Ich hab die SMS-Backup-Funktion ausgeschaltet, mit der SMS in mein GMail-Konto gespielt wurden. Die NSA kann sicher direkt auf das Android-Device zugreifen, aber vielleicht ist das aufwändiger, als die GMail-Konten von Google auszuwerten. Eine App, die auf einen beliebigen Server speichert, habe ich nicht gefunden.

          18. Juli 2013

          Einige Google-Programme kann man nicht deinstallieren, sondern nur deaktivieren. Das geht unter „Apps verwalten“. Google Currents, Google+ und Picasa Uploader wurden deaktiviert. Bei Hangouts musste ich erst die Updates deinstallieren und dann Talk (das Vorgängerprogramm) deaktivieren.

          Wird fortgesetzt…

          Aktualisierungen jeweils mit Datum.

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            Der Rosskamm

            In dem wegen ganz anderer Dinge häufig zitierten Text »Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden« findet sich gegen Ende eine Stelle, in der uns Heinrich von Kleist schlagartig klar macht, wie verroht unsere Zeit ist.

            Heinrich von Kleist»Vielleicht gibt es überhaupt keine schlechtere Gelegenheit, sich von einer vorteilhaften Seite zu zeigen, als grade ein öffentliches Examen. Abgerechnet, dass es schon widerwärtig und das Zartgefühl verletzend ist, und dass es reizt, sich stetig zu zeigen, wenn solch ein gelehrter Rosskamm uns nach den Kenntnissen sieht, um uns, je nachdem es fünf oder sechs sind, zu kaufen oder wieder abtreten zu lassen: es ist so schwer, auf einem menschlichen Gemüt zu spielen und ihm seinen eigentümlichen Laut abzulocken, es verstimmt sich so leicht unter ungeschickten Händen, dass selbst der geübteste Menschenkenner, der in der Hebammenkunst der Gedanken, wie Kant sie nennt, auf das meisterhafteste bewandert wäre, hier noch, wegen der Unbekanntschaft mit seinem Sechswöchner, Missgriffe tun könnte.«

            Der 1777 geborene Kleist empfand ein öffentliches Examen als »widerwärtig und das Zartgefühl verletzend«. Nicht viel anders empfindet heute ein Mensch mit einem Mindestmaß an Sensibilität die Castingshows im Fernsehen, in der sich Menschen für einige Minuten trügerischen Ruhms erniedrigen und zum Affen machen. Diese Shows verspotten jede bessere menschliche Regung. Dass sie sich großer Beliebtheit erfreuen, ist ein Armutszeugnis für uns alle. Wir stehen als Mensch niedriger als unsere Vorfahren, denn wir haben in den letzten 200 Jahren an Humanität und Feingefühl verloren.

            Nicht nur in Castingshows begegnen wir dem Rosskamm, der uns ins Maul sieht und die Zähne abzählt. Unser Leben ist eine lange Reihe von öffentlichen Examina, die für uns so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie nie in Zweifel ziehen. Es beginnt mit den U-Untersuchungen, die mit der Geburt einsetzen und uns bis fast zur Volljährigkeit begleiten. Der erste Rosskamm in unserem Leben prüft die Atmung, den Puls, die Reflexe beim Absaugen, die Farbe der Haut und den Muskeltonus. Zehn Punkte können wir bei diesem Examen erzielen. Zwölf weitere U-Untersuchungen folgen. Bei der letzten, J2 genannten, U-Untersuchung geht es um Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen, Kropfbildung, Diabetes sowie Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Abgerundet wird das Examen durch eine Berufsberatung, bei der die Menschenkenner unter den Rosstäuschern ihre Hebammenkunst zum Wohle von Industrie und Wirtschaft erproben können. Doch nicht nur medizinische Rosskämme striegeln uns in der Jugend. Eine summende Wolke von Prüferfliegen umschwirrt uns vom Kindergarten bis zum Abitur wie die Schmeißfliegen die Pferdeäppel. Mit vier Jahren müssen wir unser erstes Examen ablegen, einen Sprachtest, in Nordrhein-Westfalen ›Delfin 4‹ genannt. Dann geht es nahtlos weiter bis zum Abitur und weiter über den Bachelor zum Master.

            All diese öffentlichen Examina empfinden wir nicht als widerwärtig und das Zartgefühl verletzend, dabei sind sie viel schlimmer, weil ihnen das Vorurteil der Notwendigkeit anhaftet. Wir halten sie für sinnvoll, um ›Fehlentwicklungen‹ frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Und wer sucht, der findet: ob Magersucht oder Aufmerksamkeitsdefizit, ob Hyperaktivität oder Depression, ob Angstzustände oder Panikattacken – der Rosskamm findet was und wenn es nur ein reizender Name für eine soziale Abweichung von der Norm ist.

            Als Kleist 1811 zuerst die totkranke Henriette Vogel und dann sich selbst erschoss, verstieß er zwar gegen eine gesellschaftliche Norm, weshalb beide an Ort und Stelle begraben wurden, aber in seinem ganzen Leben war ihm keine DIN begegnet. Die Industrienorm ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Zu Kleists Zeiten maß man noch mit der eigenen Elle. Heute misst man mit normierten Messgeräten.

            Ein alter Grieche hat mal gesagt, der Mensch sei das Maß aller Dinge, heute sind wir, die Menschen, ein Ding des Maßes. Ein Objekt in einem umfassenden Mess-, Normierungs- und Kategorisierungssystem. Wer nicht passt, wird ausgesondert. Und Individuen passen nie. Das ist widerwärtig und das Zartgefühl verletzend. Doch kaum jemand rebelliert dagegen. Die Prüfer erst recht nicht, denen Kleist noch menschliche Regungen zubilligte.

            »Denn nicht nur fühlen sie häufig die Unanständigkeit dieses ganzen Verfahrens: man würde sich schon schämen, von jemandem, dass er seine Geldbörse vor uns ausschütte, zu fordern, viel weniger, seine Seele: sondern ihr eigener Verstand muss hier eine gefährliche Musterung passieren, und sie mögen oft ihrem Gott danken, wenn sie selbst aus dem Examen gehen können, ohne sich Blößen, schmachvoller vielleicht, als der, eben von der Universität kommende, Jüngling gegeben zu haben, den sie examinierten.«

            Die Mitglieder einer Jury in einer Castingshow sind viel zu dumm, um von solchen Selbstzweifel geplagt zu werden. Sie besitzen die Arroganz der erfolgreichen Dummheit, die schlimmer entstellt als jede echte Macht. Und die Rosskämme unseres DIN-Lebens  – von der Hebamme bis zum Leichenbeschauer – haben nicht die Phantasie, um dem System der Messungen, Normierungen und Kategorisierungen etwas entgegen zu setzen. Dafür haben sie nicht selten die Chuzpe, den Objekten ihrer Prüfungen einen guten Rat mit auf den weiteren Lebensweg zu geben: Sei du selbst!

            Dass die Panikattacken vor diesem Sei-du-selbst zunehmen, ist kein Wunder, denn wo finden die Prüflinge für diese Aufgabe einen verbindlichen Lösungsschlüssel?

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            Die Apokalypse der fünf Augen

            Google-Manager Eric Schmidt hat es einmal auf den Punkt gebracht: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.« Er hat damit, unbewusst preisgegeben, worum es bei der Überwachung des Internets im Kern geht: um die Disziplinierung von Menschen im Angesicht einer allwissenden Macht, die jeden deiner Schritte kennt und um jeden deiner Gedanken weiß.

            Die Five Eyes (USA, England, Kanada, Australien und Neuseeland) hören weltweit jedes Telefonat ab, das durch Leitungen oder Satelliten übertragen wird, zu denen sie Zugang haben. Sie kontrollieren alle Daten, die auf Servern der großen IT-Giganten Google, Facebook, Apple oder Microsoft gespeichert sind. Sie lesen jede E-Mail, sie betrachten jedes gespeicherte Bild, sie analysieren jedes Adressbuch, jede Freundesliste und jeden Kalender. Über Hintertüren gelangen sie in jeden Rechner. Sie wissen alles. Sie sind wie die sieben Engel Gottes, und sie werden ihr Wissen eines Tages nutzen. Sie werden richten wie Jesus Christus beim Jüngsten Gericht. Denn die Idee zu PRISM und Tempora kommt direkt aus der christlichen Überlieferung.

            »Und ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken.« (Aus der Offenbarung des Johannes)

            In Schmidts Worten und im Wunsch nach totaler Überwachung versteckt sich das entgrenzte und unmenschliche Denken der Eschatologie. Der Glaube, dass das Reich Gottes kommt, wenn alles offenbar und alles bestraft oder belohnt worden ist: jedes Verbrechen und jede gute Tat. Wer gesündigt hat oder sich dem Reich Gottes widersetzt, wird in den feurigen Pfuhl geschleudert, wo die Schergen eines unmenschlichen Regimes ihn auf ewig quälen.

            Der Kontrollfanatismus der fünf Augen ist ein religiöses Erbe. Die Apokalypse wurde miniaturisiert, sie passt nun auf jeden Microchip. Das fundamentale Grauen der Apokalypse, das jeder sofort spürt, der nicht religiös verblendet ist, ist Wirklichkeit geworden. Die totale Überwachung und die Visionen des Johannes entspringen dem gleichen menschenverachtenden Geist. Es ist der Geist der totalen Überwachung. Gott weiß alles! Gott sieht alles! Es ist der Geist des totalen Terrors. Du wirst für alles gerichtet, was du jemals getan oder gedacht hast. Es ist die Vernichtung jedes menschlichen Gefühls, jedes humanen Maßes. Freiheit, Individualität und die Verwirklichung des Selbst sollen ausgetrieben werden. Gefordert ist allein bedingungsloser Gehorsam.

            Wer gegen diese Überwachungsdiktatur kämpft, ringt mit einer 2000 Jahre alten Überlieferung. Er streitet mit psychologischen Dispositionen, die in religiösen Gesellschaften wie der unsrigen tief verwurzelt sind. Man darf sich gar nicht vorstellen, welche religiösen Lustgefühle einen amerikanischen Evangelikalen durchfahren, wenn er plötzlich PRISM oder TEMPORA gegenübersteht.

            Wenn man einmal verstanden hat, was Überwachung bedeutet, dann erweist sie sich als das Gegenteil der Aufklärung, die den Mensch und nicht den eschatologischen Fiebertraum eines Misanthropen in den Mittelpunkt stellt. Die totale Überwachung der fünf Augen ist die Materialisierung des schlimmsten und böswilligsten Alptraums, den sich Menschen jemals ausgedacht haben: der christlichen Apokalypse. Gegen dieses Denken hilft nur Aufklärung. Edward Snowden hat damit angefangen.

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            Wir bekommen den Hohn, den wir verdienen

            Noch viel dümmer haben sich die Staats- und Regierungschefs in Europa verhalten, als sie kriminellen Bankern Milliarden Euro an Steuergeldern in den Rachen geworfen haben. Sie zahlten und zahlten und erhielten statt einer Gegenleistung nur Hohn und Spott, wie mitgeschnittene Telefonate aus Irland jetzt beweisen. Die irischen Banker sind sicher keine Ausnahme. Und vermutlich sind sie nicht einmal besonders schlechte Menschen. Wie gesagt, wäre ich Autohändler und meine Kunden würden mir meinen wertlosen Schrott fürstlich vergolden, ich würde wohl ähnlich reagieren.

            Oder würden Sie liebe Leserin, lieber Leser, jemanden ernst nehmen, der so handelt wie mein fiktiver Autokäufer – oder unsere Politiker allen voran Frau Merkel? Man bekommt immer den Spott, den man verdient. Das gilt übrigens auch für die Bevölkerung, die solche Politiker nicht aus dem Amt jagt.

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            PRISM – Bundespräsident Gauck sieht Freiheit in Gefahr

            “Diese Affäre beunruhigt mich sehr”, sagte Gauck im Interview mit der Passauer Neue Presse. “Die Angst, unsere Telefonate oder Mails würden von ausländischen Nachrichtendiensten erfasst und gespeichert, schränkt das Freiheitsgefühl ein – und damit besteht die Gefahr, dass die Freiheit an sich beschädigt wird”. Das klingt schon anders als noch vor Tagen. So langsam geht allen ein Licht auf. Mehr auf http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/879904_NSA-Abhoeraffaere-Gauck-sieht-Gefaehrdung-der-Freiheit.html#1438789043

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            Direktkandidat der Piraten im Wahlkreis 113 – Wesel I – zugelassen

            Chronistenpflicht: Der Kreiswahlausschuss des Kreis’ Wesel hat heute vormittag alle gemeldeten Kandidaten zugelassen. Also auch den Kandidaten der Piratenpartei Deutschland. Yay!

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            Am schönsten ist …

            … der Sommer also hier, im Kreis Wesel. Der 1Live-Sektor-Report sagt das in der Aktuellen Stunde über den Kreis Wesel. O-Ton: “Weil et schön is hier.” Ja, das ist mein Kreis. Ich finde das schon immer, dieser Bericht bestätigt es uns. Der Niederrhein und besonders der Kreis Wesel sind lebenswert. “Wozu hören, wie man glücklich wär, wenn man es schon ist?”

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            60-Tage-Buch | Tag zwei, noch 58 Tage

            Und weiter geht’s, Tag zwei des 60-Tage-Buchs.

            Tagebuch

            Teaser des Tages:
            Die neuen Plakate sind da!

            Verwaltungsjobs:
            Veranstaltungsplanung BETUWE bearbeitet.
            Server des Kreisverbands gewartet.

            Sonstiges:
            heute nicht viel, nur ein wenig Pressearbeit und jede Menge anderer foo.

            Berlin/Bonn Gesetz: IFG Anfrage an alle Bundesministerien

            In den letzten Wochen war das Berlin/Bonn Gesetz wieder vermehrt Thema und ich hatte hier auch schon mal was dazu geschrieben. Die Tage haben sich die Direktkandidaten der SPD und Grüne mit ihrer typischen Polemik dazu geäußert, in dem sie den Staatssekretär Becker zum Schuldigen erklärten.
            Auch bekannt wurden Personalzahlen vom Verteidigungsministerium, welche eine Verschiebung der Arbeit nach Berlin nahe legen, erwartungsgemäß wurde dies von einer Sprecherin dementiert. Was mir bei dem Thema aber leider fehlt sind Fakten, die einen Rückschluss auf die … weiterlesen auf martin-zieroth.de