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Piraten fordern Pflichtfach Informatik

Die Lebens- und Arbeitswelt ist mehr und mehr von Informationstechnologie geprägt. Um diese zu verstehen und um sie aktiv mitzugestalten sind Kenntnisse der Informatik erforderlich. Es sind daher umfängliche Angebote für eine informatische Allgemeinbildung notwendig, um allen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft zu ermöglichen. Diese vermittelt das Fach Informatik an den allgemeinbildenden Schulen. Die Gegenstände der Informatik als Schulfach beschränken sich nicht auf das Programmieren oder die Bedienung von Anwendungsprogrammen. Vielmehr legt das Fach Informatik die systematischen Grundlagen für ein informatisches Verständnis und für den Umgang mit Informationstechnologie.

Das Pflichtfach Informatik ist in seiner ganzen Ausprägung unverzichtbar. Es folgt eigenen wissenschaftlichen Grundlagen und einer darauf abgestimmtem eigenen Didaktik und Methodik. Dabei ist das Pflichtfach Informatik nicht gleichzusetzen mit der allgemeinen Medienbildung.

Die von den anderen Fraktionen vorgeschlagene Lösung, Informatik fächerübergreifend zu unterrichten, zeigt, dass zwischen Medienkompetenz und Informatik immer noch nicht von allen unterschieden wird.

“Schülerinnen und Schüler, die jetzt in die Schule kommen, werden es in 10 Jahren schwer haben, wenn sie nicht über ein solides informatisches Grundwissen verfügen. Das gilt für alle Schüler, daher reicht es nicht, Informatik nur als Wahlpflichtfach anzubieten. Informatische Kenntnisse werden in absehbarer Zukunft Grundvoraussetzung, nicht nur für die berufliche Zukunft unserer Kinder, sondern für aktive gesellschaftliche Teilhabe, sein. Da reicht es nicht Informatik „so nebenbei“ zu vermitteln, da braucht es ein eigenes Fach mit eigener Didaktik und Methodik. Nur so können wir sicherstellen, dass der Zug „Digitalisierung“ nicht an unseren Kindern vorbeifährt, sondern sie alle mitnimmt. Dies gilt auch für den Kreis Recklinghausen. Man muss nur auf die Zahlen schauen: Für alle Schulen der Sekundarstufen I und II im Kreis stehen gerade mal 67 Lehrkräfte mit einer Lehrbefähigung in Informatik zur Verfügung.
Die Zahl der Lehrkräfte klingt hoch. Ist sie aber, da Lehrer, die an mehreren
Schulen tätig sind, mehrfach gezählt werden. Immerhin 32 Schulen im Kreis haben
überhaupt keine Lehrkraft mit der Lehrbefähigung. Es wird deutlich, auch hier
an den Schulen fehlen ausreichend ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die
sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler im Kreis mit
informatischen Grundkenntnissen die Schule verlassen und so fit für die digitale
Zukunft sind.”
, so Melanie Kern, Mitglied des Kreistags Recklinghausen.

Ergebnisse zu anderen Orten und Kreisen NRWs entnehmen Sie bitte der kleinen Anfrage der Piratenfraktion zum Pflichtfach Informatik: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument?Id=MMD16%2F12093|1|0